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Die Sonnenfinsternis vom 11. Juli 2010
 
von Claude Weiss

5.7.2010

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Fig. 1
Sonnenfinsternis vom 11. Juli 2010
11.7.2010, 19.39 LT, 19.39 GT
London, GB (51N30, 00W10)
ohne Häuser

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  Fig. 2
Amerikanische Notenbank FED
23.12.1913, 18.02 LT, 23.02 GT
Washington DC, USA (38N53, 77W02)
Koch

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  Fig. 3
Grosser Börsencrash
24.10.1929, 12.00 LT, 17.00 GT
New York, USA (40N42, 74W00)
ohne Häuser

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  Fig. 4
Sonnenfinsternis für Washington
11.7.2010, 19.39 GT
Washington DC, USA 
(38N53, 77W02)
Koch

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  Fig. 5
Sonnenfinsternis vom 11. Juli 2010
11.7.2010, 19.39 LT, 19.39 GT

Die totale Sonnenfinsternis vom 11. Juli 2010 (Fig. 1) ist auf der Südhalbkugel zuerst im Südpazifik (östlich der Fidschi-Inseln), dann nordöstlich von Neuseeland, in Französisch-Polynesien, auf der Oster-Insel und im südlichen Südamerika in ihrer Totalität sichtbar. Sie findet auf 19 Grad 24 Minuten Krebs und damit am nördlichen Pluto-Knoten (20-21 Grad Krebs) statt und unweit der Stelle, auf welcher Pluto entdeckt wurde (Bekanntgabe am 13. März 1930, als Pluto auf 17.30 Grad Krebs stand). Als danach der Pluto auf 19+ Grad transitierte, kam es im Oktober 1929 zum grossen Börsencrash (Pluto am 24. Oktober 1929 auf 19.38 Grad), eine Situation, welche mit der Jupiter/Pluto-Konjunktion vom 26. Mai 1931 auf 19.16 Grad Krebs sich zur Grossen Depression verdichtete. Dies hängt wohl auch damit zusammen, dass das Horoskop der amerikanischen Notenbank (FED) den rückläufigen Mars auf 19.33 Grad Krebs aufweist (Fig. 2), wo die gegenwärtige Sonnenfinsternis stattfindet. Wurde diese Stellung damals durch den Pluto ausgelöst, erfährt sie gegenwärtig durch die Sonnenfinsternis vom 11. Juli eine exakte Aktivierung.

Mit der gegenwärtigen Finsternis-Serie erleben wir damit Entsprechungen des Pluto in Reinkultur:

 

  • Die Mondfinsternis vom 26. Juni fand in exakter Konjunktion mit dem laufenden Pluto auf 4.46 Grad Steinbock statt.
  • Die Sonnenfinsternis vom 11. Juli findet auf dem aufsteigenden Pluto-Knoten statt.
  • Die Finsternis ereignet sich auf der Stelle, auf welcher Pluto entdeckt wurde (17.30 Grad Krebs) und Pluto zur Zeit des grossen Börsencrashs und der Grossen Depression stand (18-21 Grad Krebs).

 

Dabei berührt die Sonnenfinsternis vom 11. Juli (Fig. 1) auf wenige Bogenminuten genau den rückläufigen Mars des Federal Reserve Board, der am Aszendenten prominent gestellt ist und bereits zur Zeit der Grossen Depression unter Plutos Dauerbeschuss stand. Ueberhaupt scheint der rückläufige Mars des FED-Horoskops am Aszendenten, der über den MC des FED im Widder herrscht (Fig. 2), recht empfindlich auf markante Transite zu reagieren. So begann der grosse Börsencrash vom Herbst 1929, der bis Ende Oktober in verschiedenen Schritten zu einem markanten Rückgang der damaligen Börsenkurse führte, am 24. Oktober (Fig. 3) mit einem Transit des Pluto in Konjunktion mit dem transitierenden Mond, der am Tag des Crashs die Figur auslöste. Lilith befand sich zu jener Zeit auf 17.20 Grad Steinbock in Opposition zu diesen Stellungen, und Venus in Konjunktion mit Merkur bildeten eine Opposition zum Uranus. Der aufsteigende Mondknoten befand sich im Stierzeichen im 4. Haus in Konjunktion mit Chiron und in Opposition zum Mars am absteigenden Mondknoten in Skorpion, allesamt im Orb von wenigen Bogenminuten  um 12 ½ Stier/Skorpion.


Auch beim Lehman Crash vom 15. September 2008 war der Bereich von 17 ½ - 19 ½ Grad kardinal durch Mars, Merkur und Venus in Konjunktion in Waage markant besetzt. Solches gilt nun auch für die Konstellationen der Sonnenfinsternis vom 11. Juli (in Fig. 4 für Washington aufgezeichnet).


Daneben, dass die Sonnenfinsternis vom 11. Juli den rückläufigen Mars des FED und die Jupiter/Pluto-Konjunktion des Jahres 1931 aktiviert, tut sie dies auch mit der Uranus/Neptun-Konjunktion, die in verschiedenen Etappen zwischen Februar und Oktober 1993 insgesamt dreimal zwischen 18.33 und 19.32 Grad Steinbock gebildet wurde. Damit schafft sie auch eine Brücke zu den epochalen Themen, die mit der Uranus/Neptun-Konjunktion auf den Plan traten und nun erneut im Vordergrund stehen dürften.


Im Uebrigen schrieben wir in der April/Mai 2010-Nummer von Astrologie Heute über die Sonnenfinsternis Folgendes:


In den Konstellationen der Sonnenfinsternis von Mitte Jahr (Fig. 1, Fig. 4) erkennen wir keine Aktivierung der Kardinalen Klimax durch Sonne und Mond. Dafür wird die Neptun/Chiron/Lilith-Konjunktion von Ende Wassermann bis Anfang Fische durch die Venus (Anfang Jungfrau) ausgelöst. Damit sind Mitgefühl, Hilfeleistungen, aber auch Verunsicherungern hinsichtlich Geld- und Wertfragen angezeigt. Die Heftigkeit der Kardinalen Klimax wird durch ein Trigon des Merkur zur Jupiter/Uranus-Konjunktion (im Quinkunx zu Pluto) und durch ein Trigon der Venus zu Pluto (Quinkunx zu Jupiter/Uranus) gemildert, und dies verspricht Lösungsansätze, um mit der Kardinalen Klimax konstruktiv umzugehen. Auch schafft das Sextil des Mars zum Neumond Abhilfe.


Allerdings müssen wir feststellen, dass im Zusammenhang mit der Venus in Opposition zu Neptun in Wassermann, Konjunktion Chiron und Lilith in Fische, zurzeit die Verunsicherung überwiegt. Wir warten immer noch auf innovative Ideen und Lösungsansätze, die Jupiter und Uranus in Widder möglich machen sollten, um mit den Folgen allzu sorglosen Umgangs mit Mutter Erde fertig zu werden, seit am 20. April, dem Tag, an welchem Chiron ins Fischezeichen trat, die Oelplattform „Deep Water Horizon“ im Golf von Mexiko explodierte, wodurch Massen von austretenden Oel das Meer im Golf von Mexiko massiv verschmutzen. Das Problem ist derart akut, dass sich zurzeit alle Anstrengungen auf dieses Problem konzentrieren müssen.


Hinsichtlich der astrokartografischen Auslösungen der Sonnenfinsternis vom 11. Juli (Fig. 5) schrieben wir in der oben erwähnten Nummer von Astrologie Heute:


Die Astro*Carto*Graphy der Sonnenfinsternis zeigt, dass Entsprechungen der Kardinalen Klimax vor allem im Nahen Osten zu erwarten sein dürften, mit Saturn am DC, Jupiter/Uranus am AC und Pluto am MC durch Irak, Saudiarabien, Jemen und den westlichen Iran, möglicherweise in Verbindung mit Mars-Auslösungen (Mars/DC) nahe an der Grenze zu Israel, durch Syrien und Jordanien. Ähnliches beobachten wir mit Saturn am IC und Uranus/Jupiter am MC in Japan (inklusive Sonne und Mond am AC) und Australien (inklusive Pluto am DC und Mars am IC). Mars- und Pluto-Linien sind auch in Ostchina, in der Nähe von Peking und im Bereich von Korea erkennbar, wo sich ein Einfluss von Saturn, Uranus und Jupiter dazugesellt.


In der Figur befindet sich die amerikanische Hauptstadt Washington unter dem Einfluss von Neptun am IC und Venus am MC (inklusive Chiron und Lilith am IC), was Verunsicherungen im Bereich der Werte, Verluste und Aufforderung zu (möglicherweise fehlgeleiteten) Hilfeleistungen bedeuten kann. Die gleichen Linien setzen sich in Haiti, Kolumbien, Peru und Chile nach Süden fort.


Eine Entsprechung zu den Spannungen im Nahen Osten im Zusammenhang mit Israel sind im getrübten Verhältnis zwischen Israel und der Türkei zu erkennen, seit türkische Aktivisten beim Versuch, die Gaza-Blockade zu durchbrechen, von den Israeli umgebracht wurden. So steht Israel mit einer Mars/DC-Linie, die durch das Land geht, zurzeit auf der Anklagebank.


Die Venus/MC- und Neptun/IC-Linien durch Washington finden eine Entsprechung in der Hilflosigkeit der amerikanischen Regierung im Umgang mit dem Erdöl-Leck und BP (Neptun), und wohl auch in der wieder steigenden Arbeitslosigkeit und dem eingetrübten Konsumentenindex vom Juni. So zweifelt man neuerdings am in Aussicht gestellten Aufschwung.


Das europäische Pendant dazu sind die Neptun/AC- und Venus/DC-Linien, welche durch Griechenland hindurchgehen und die Probleme anzeigen, welche EU und Euro mit diesem Land haben: Wird Griechenland gerettet, geht das Land konkurs oder muss es sich von der Euro-Währung verabschieden?


Im Uebrigen tangiert die Sonnenfinsternis vom 11. Juli in Länder, Firmen- und individuellen Horoskopen Planetenstellungen Ende veränderlich und Anfang kardinal (die während der ganzen Zeit den Herausforderungen der Kardinalen Klimax ausgesetzt sind) und durch die Venus in Opposition zu Neptun, Chiron und Lilith, zusätzlich Radixkonstellationen Ende fix und Anfang veränderlich (27 Grad bis 3 Grad), sowie durch den Neumond (19 Grad Krebs) am absteigenden Mondknoten – im Mittelwert zwischen Pluto und Neumond auf der Krebs/Steinbock-Achse – den ganzen Bereich zwischen 0 und 20 Grad Krebs/Steinbock.



Claude Weiss, beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit Astrologie; Herausgeber der Zeitschrift ASTROLOGIE HEUTE; gründete 1978 die ASTRODATA AG, welche astrologische Textanalysen anbietet; Präsident des Schweizer Astrologenbundes (SAB); Autor der Bücher «Horoskopanalyse» Bd. 1 & Bd. 2 (der zweite Band «Aspekte im Geburtsbild» ist im Dezember 2008 in einer überarbeiteten und stark erweiterten Neuauflage erschienen), «Karmische Horoskopanalyse», Bd. 1 & Bd. 2, «Pluto – Eros, Dämon und Transformation» (mit Verena Bachmann), «Die Lilith-Fibel» (mit Alexandra Klinghammer), sowie im Oktober 2009 "Wendezeit 2010 - 2012" (Co-Autor mit Alexandra Klinghammer). (E-Mail: Claude Weiss)

 

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