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Nordkorea: Gefährliches Spiel mit dem Feuer

von Claude Weiss

11. April 2013

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Fig. 1
Sonnenfinsternis vom 10. Mai 1994
10. 05. 1994, 17.07 GT
Pjöngjang, KOR (125E45, 39N01)
Koch

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Fig. 2
Einigung zwischen Nordkorea und USA
21. 10. 1994, 12.00 LT, 11.00 GT
Genf, CH (6E09, 46N12)
 

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Fig. 3
Kim Il Sung
15. 4. 1912, 12.00 LT
Pjöngjang, KOR (125E45, 39N01)
Ohne Häuser

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Fig. 4
Kim Jong Il
16. 2. 1942, 12.00 LT
Pjöngjang, KOR (125E45, 39N01)
Ohne Häuser

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Fig. 5
Mondfinsternis vom 25./26. April 2013
26. 4. 2013, 4.57.06 LT
Pjöngjang, KOR (125E45, 39N01)
Koch

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Fig. 6
Menschheitshoroskop für Pjöngjang

26. 4. 1892, 21.46.34 GT
Pjöngjang, KOR (125E45, 39N01)
Koch

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Fig. 7
Progressives Menschheitshoroskop für Pjöngjang (April 2013)

Koch

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Fig. 8
Nordkorea: Unabhängigkeit
10. 9. 1948, 0.00 LT 
Pjöngjang, KOR (125E45, 39N01)
Koch

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Fig. 9
Beginn des Korea-Krieges

25. 6. 1950, 4.00 LT 
Panmunjon (126E40, 37N57)
Koch

   

Die Hoffnungen, dass mit dem neuen koreanischen Führer Kim Jong Un, der Ende 2011 die Nachfolge seines verstorbenen Vaters übernahm, eine Phase der Entspannung anbricht, sind rasch verflogen. Kims Ankündigungen der letzten Monate sind sogar für nordkoreanische Massstäbe in ihrer Aggressivität einzigartig. Nach Sanktionen der Uno im Anschluss an den dritten Nukleartest des Landes im Februar, wurden den USA Raketenangriffe mit Nuklearwaffen gegen deren Städte auf dem Festland und deren Militärbasen in Hawai und Guan angekündigt. Gleichzeitig erklärte Kim, dass sich Nordkorea mit Südkorea im Kriegszustand befinde und ein nach 2007 stillgelegter Reaktor zur Produktion von Plutonium wieder in Betrieb genommen würde. Der letzte Streich von Ende letzter Woche betraf die Aussperrung von südkoreanischen Mitarbeitern eines gemeinsamen, kommerziellen Projektes im Süden des Landes, womit Kim signalisierte, dass er in Zukunft an keinerlei Zusammenarbeit interessiert ist. Schliesslich wurden ebenfalls Ende letzter Woche ausländische Botschaften angewiesen, ihr Personal von Pjöngjang abzuziehen, da nach dem 10. April Nordkorea deren Sicherheit im Konfliktfall nicht mehr garantieren könne. Die Spannungen zwischen Nordkorea sowie Südkorea und die USA befinden sich damit auf dem schlimmsten Stand seit 1994, als Nordkorea und die USA knapp an einem Krieg vorbeischrammten (als die Spannung im Juni 1994 einen Höhepunkt erreichte, wurde die Bevölkerung Südkoreas auf eine denkbare Invasion von Seiten Nordkoreas vorbereitet). Damals fand wie dieses Jahr mit einem Mondknotentransit im Bereich von 15 – 25 Grad Skorpion am 10. Mai eine Sonnenfinsternis auf 20 Grad Stier (Fig. 1), und am 25. Mai eine Mondfinsternis auf 4 Grad Zwillinge/Schütze statt und diese Parallele gilt auch für den 3. November, der 1994 und 2013 von einer Sonnenfinsternis auf 11 Grad Skorpion begleitet ist.

 

Parallelen zwischen 1994 und 2013

Die damalige Spannung löste sich nach einer inoffiziellen Mission des amerikanischen Ex-Präsidenten Jimmy Carter in Nordkorea mit dem Abschluss einer in Genf unterschriebenen Vereinbarung vom 21. Oktober 1994, gemäss welcher die Produktion von Plutonium im Reaktor von Yongbyon eingestellt und dies regelmässig kontrolliert wird, und die USA sich dafür zur Finanzierung von Reaktoren verpflichten, die kein Plutonium erzeugen. Das Horoskop für diese Vereinbarung ist aufgrund fehlender Uhrzeit in Fig. 2 für 12 Uhr Mittag ohne Häuser eingezeichnet.

Diesem Horoskop ging eine Zeit grösster Spannungen voraus, als am 1. Juni 1994 Nordkorea eine Trägerrakete testete und am 13. Juni aus der internationalen Atomenergieagentur austrat, symbolisiert durch die in Fig. 1 für Pjöngjang aufgezeichnete Sonnenfinsternis vom 10. Mai.

Unschwer erkennt man folgenden Ablauf: Das bedrohliche Atompotenzial von Nordkorea tritt unter einer Sonnenfinsternis Opposition Pluto in Erscheinung, eine Konstellation, die an die Symbolik der Atomexplosion von Tschernobyl erinnert, welche mit Pluto damals auf 6 Grad Skorpion zwei Tage nach einer Mondfinsternis auf 4 Grad Stier/Skorpion und damit in Konjunktion mit Pluto stattfand. Die Entsprechung zwischen 1994 und 2013 überzeugt umso mehr, als es auch 1994 vor der Sonnenfinsternis vom 10. Mai am 25. April zu einem Vollmond auf 5 Grad Stier/Skorpion kam und Ähnliches nun auch 2013 geschieht, worauf wir später zu sprechen kommen.

Der damalige Konflikt fand seine glückliche – wenn auch vorläufige – Auflösung im Vertragswerk vom 21. Oktober, als Mond und Lilith am absteigenden Mondknoten in Opposition zur rückläufigen Venus und zum Jupiter (Fig. 2) den Bereich von  18 – 22 Grad Stier erreichten.

Zwischen den beiden Ereignissen des Jahres 1994 fand aber – ähnlich wie dies in Nordkorea vor kurzem erneut geschehen ist – ein Führungswechsel statt. Spitzte sich der Konflikt noch unter dem Gründer des nordkoreanischen Staates Kim Il Sung (Fig. 3) zu, der symbolträchtig am 15. 4. 1912, am Tag des Untergangs der Titanic, geboren wurde, so überlebte dieser die Sonnenfinsternis vom 10. Mai 1994 (Fig. 1) auf dem Saturn seines Geburtshoroskops physisch lediglich um knapp zwei Monate. Er starb am 8. Juli 1994, wobei er – eine der vielen nordkoreanischen Absurditäten – de jure weiterhin als „ewiger Präsident“ des Landes gilt: Ein gutes Beispiel für die Doppelnatur des Saturn, einerseits physischer Tod, andererseits Unsterblichkeit. Ihm folgte sein Sohn, Kim Jong Il (Fig. 4), der mit der gleichen Saturnstellung ausgestattet (allerdings in Konjunktion mit Mars und Uranus) das Pokerspiel seines Vaters durch Verhandlungsbereitschaft zum Vorteil beider Seiten erfolgreich zum Abschluss führte.

 

Die koreanischen Erbfolgen

Während die Erbfolge von Kim Il Sung zu Kim Jong Il somit einigermassen glimpflich über die Bühne ging, indem sich der Nachfolger des Gründers des nordkoreanischen Staates halbwegs von einer berechenbaren Seite zeigte, kann man dies vom neuen Machthaber leider nicht behaupten, und die Welt muss sich, wie wir heute feststellen, auf eine Reihe von Überraschungen einstellen. Zunächst schien es noch, dass nach dem Tod von Kim Jong Il im Dezember 2011 sein Sohn zur Ankurbelung der Wirtschaft einen liberaleren Kurs einschlagen würde. Diese Hoffnungen haben sich inzwischen zerschlagen. Beobachter sind sich einig, dass wir es bei Kim Jong Un mit einer „Blackbox“ zu tun haben. Die Töne, die von Nordkorea kommen, werden immer schriller, und der Neue hat das Repertoire von Drohungen gegen die Welt, die seine Vorfahren von sich gaben, bereits massiv überboten. Unter anderem scheint er für keinerlei Kompromisse offen zu sein, und er hat erklärt, dass er grössten Wert auf die Position von Nordkorea als Atommacht legt, und dies nicht verhandelbar sei. Leider sind auch aus astrologischer Sicht die Gedankengänge und Motive von Kim Jong Un  nicht durchdringbar, denn es wird um Tag und Jahr seiner Geburt ein grosses Geheimnis gemacht. Man weiss lediglich, dass er 28-30 Jahre alt sein soll und während seiner Kindheit möglicherweise einige Jahre in der Nähe von Bern in die Schule ging. So bleibt uns beim Versuch, das Kuriosum Kim Jong Un – im letzten „Spiegel“ als „Kim Jong Bumm“ bezeichnet – zu verstehen, lediglich das Studium der Transite und Progressionen im Horoskop des Landes und der Mundankonstellationen, insbesondere zum „Menschheitshoroskop“, welches bereits bei der letzten Krise des Jahres 1994 durch Finsternisse und Lunationen an gleicher Stelle des Tierkreises ausgelöst wurde. Dass wir von April 2013 – Oktober 2014 erneut auf eine solche Phase zusteuern, mit „wichtigen Entwicklungen der Raumfahrt, in der Atomtechnologie, Finanzcrashs, markanten Machtverschiebungen weltpolitischer Art sowie Spannungen und Kriegen“, wurde bereits in der April/Mai 2013-Nr. von Astrologie Heute beschrieben.[1]

 

Uranus am Aszendent und Pluto am MC

Dabei ist von besonderem Interesse, dass die Mondfinsternis vom 25./26. April 2013 (in Fig. 5 für Pjöngjang aufgezeichnet) auf der mittleren Gradzahl der Sonne/Mond-Uranus-Opposition (5 1/2 Grad Stier/Skorpion) des Menschheitshoroskops (Fig. 6) stattfindet. Dazu gesellt sich der Mars, der gradgenau eine Opposition zum Uranus des Menschheitshoroskops bildet und der Saturn, der in Konjunktion mit dem Mond der Mondfinsternis steht. Bekanntlich sind Mars-/Saturn-Spannungsaspekte und -Konjunktionen Symbole kriegerischer Auseinandersetzungen. Hinzu kommt, dass der Pluto der Mondfinsternis für Pjöngjang auf den MC des Ortes zu stehen kommt und der Uranus eine Konjunktion mit dem Aszendenten eingeht, wodurch die gefährliche Uranus/Pluto-Quadratur der gegenwärtigen Zeit an diesem Ort der Welt maximal wirksame Kraft entfaltet.

 

Kritisches Menschheitshoroskop für Pjöngjang

Dass die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang wie auch die zwischen Russen und Amerikanern vereinbarte Trennungslinie zwischen Nord- und Südkorea entlang dem 38. nördlichen Breitengrad nicht einer Gegend des Friedens entsprechen, sondern ein aggressives und revolutionäres Ferment zum Ausdruck bringen, geht im Übrigen aus dem für Pjöngjang in Fig. 6 aufgezeichneten Menschheitshoroskop hervor. Wurde in der letzten Nummer von Astrologie Heute im Artikel „Ein neuer Blick auf das ‚Menschheitshoroskop’“ darauf hingewiesen, dass der Uranus des Menschheitshoroskops an den beiden Orten der Welt, an denen die wichtigsten kommunistischen Revolutionen ausbrachen, nämlich in St. Petersburg (Leningrad) und Yan’an (China), jeweils auf Hauptachsen – MC und am DC – zu liegen kommt, steht auch der Ort Pjöngjang dem Ausdruck dieser Symbolik in nichts nach. In diesem Fall bildet die Sonnen/Mond-Uranus-Opposition ein Quadrat zur MC/IC-Achse des Ortes (Fig. 6). Wobei auch unter einem Quadrat die Uranus-Achsenthematik maximal zum Tragen kommt. Dass dies unter einer Mondfinsternis auf der Sonne/Mond-Uranus-Opposition besonders fordernd und scheinbar irrational zum Ausdruck kommen kann, ist nicht weiter verwunderlich.

Betrachtet man zudem die Symbolik des für Pjöngjang progredierten Menschheitshoroskops, kommt man zusätzlich zum Schluss, dass aufgrund irrationaler und instinkthafter Antriebe die Gefahr einer Eskalation der Situation nicht negiert werden kann: Das in Fig. 7 abgebildete Horoskop zeigt, dass für den Ort Pjöngjang der progressive MC gegenwärtig auf den progressiven Pluto zu liegen kommt, eine Stellung, die sich zwischen der Neptun/Pluto-Konjunktion des Radixhoroskops und dem progressiven Neptun befindet. Wir erkennen auch, dass der progressive Mars (Fig. 7) auf dem Radix-MC (Fig. 6) und im Quadrat zur Sonne/Mond-Konjunktion des Radixhoroskops steht und die progressive Lilith zum Radix-MC ein Quadrat bildet. Der Ort Pjöngjang verkörpert somit ein grundsätzlich für den Frieden gefährliches Störpotential, welches zurzeit durch Finsternisse und Transite sowie durch progressive Stellungen des Menschheitshoroskops aktiviert wird. Historische Beispiele für die Gefährlichkeit ähnlicher progressiver Menschheitshoroskope sind: Das für den 1. September 1939 – dem Beginn des 2. Weltkriegs – für Warschau errichtete progressive Menschheitshoroskop zeigt den progressiven IC in Konjunktion mit der Neptun/Pluto-Konjunktion des Menschheitshoroskops und den progressiven Aszendenten auf dem progressiven Mars. Als der Irak unter Saddam Hussein Ende September 1980 den Iran angreift und einen Konflikt auslöst, der in der Folge einer Million Menschen den Tod bringen wird, befindet sich im für Teheran erstellten progressiven Menschheitshoroskop der progressive Aszendent in Konjunktion mit der progressiven Neptun/Pluto-Konjunktion und der MC steht in Konjunktion mit dem progressiven Mars.

 

Nordkoreas Aussenseiterrolle

Nordkoreas Aussenseiterrolle wird auch aus dem Horoskop für die Unabhängigkeit des Staates sichtbar. Diese erlangte das Land nach dreijähriger sowjetischer Besetzung im Anschluss an den 2. Weltkrieg am 10. September 1948. Wann die Proklamation an jenem Tag und in welcher Form erfolgte ist nicht bekannt, aber es lohnt sich, in solchen Fällen eines bereits wohl längere Zeit zuvor geplanten Vorgangs 0.00h als Beginn des Tages der Unabhängigkeit zu nehmen. Das in Fig. 8 abgebildete Horoskop ist dementsprechend für diese Zeit berechnet. Uranus steht exakt am Aszendenten auf 0 Grad Krebs und der MC im Abstand von zwei Grad von der Lilith in Fische. Damit ist mit dem Uranus am Aszendenten ein grosses Mass an Eigenwilligkeit angezeigt und ein unbedingtes Pochen auf Selbstbestimmung während die Lilith am MC (in Verbindung mit Uranus am Aszendenten) eine Aussenseiterrolle nahelegt, gemäss welcher man sich darin gefällt, die etablierte Ordnung der Staatengemeinschaft herauszufordern. Dass dies auf aggressive Art passiert und ein grosses Misstrauen gegenüber dem Ausland vorherrscht, legt der Mars am absteigenden Mondknoten im Skorpionzeichen nahe. Dabei verwundert es nicht, dass die nordkoreanische Paranoia zurzeit besondere Züge annimmt: Neptun transitiert auf der Lilith am MC und Chiron ist bereits 2012 über diese Stellungen gegangen. Seit dem Herbst 2012 transitiert nun Saturn durch das Skorpionzeichen und er bildet im Juli 2013 eine gradgenaue Station auf dem Mars des Nordkoreahoroskops, welcher am absteigenden Mondknoten auf 4 Grad Skorpion steht. Nimmt man den ganzen Bereich von 4 – 7 1/2 Grad Skorpion, welcher durch Mars und den absteigenden Mondknoten charakterisiert wird, so umfasst der exakte Saturntransit die Zeit von November/Dezember 2012 und Mai-September 2013. Im Übrigen erreicht die Verunsicherung, der durch konfuse Botschaften Ausdruck verliehen wird, im Jahre 2013 –  mit besonderer Intensität zwischen Frühjahr und Sommer – Höhepunkte dadurch, dass der transitierende Pluto während des ganzen Jahres ein Quadrat zur Merkur/Neptun-Konjunktion des Staatshoroskops und Uranus von April-Dezember dazu eine Opposition bildet. So kann man sich vorstellen, dass die realitätsfremden Drohungen des jungen nordkoreanischen Führers Kim Jong Un nicht nur rational geplante Einschüchterungsversuche darstellen, sondern möglicherweise aufgrund eines verzerrten Weltbildes tatsächlich einer tief liegenden Angst entspringen. Dieser Schluss wird auch nahegelegt, wenn man bedenkt, dass der Transit des Neptun am MC eine verunsicherte Führung symbolisiert. Eine nordkoreanische Paranoia, die sich gegen den Frieden in der Welt richtet, erscheint im Weiteren aufgrund der Venus/Mars-Quadratur des Staatshoroskops naheliegend.

Bleibt man beim Thema der Angst und der Verwundung, so erscheint auch die Stellung des Chiron auf 21 Grad Skorpion relevant, da diese mit der Sonnenfinsternis vom 10. Mai durch eine auf etwas mehr als 1 Grad exakte Opposition ausgelöst wird, während die Mondfinsternis vom 25. April 2013 sich bereits exakt auf dem Mittelpunkt von Mars und Mondknotenachse ereignet. Auch die Betrachtung des Horoskops von Nordkorea ist nicht dazu angetan, Beruhigung auszulösen. Sie legt gleichzeitig aber auch nahe, dass man auf alles verzichten sollte, was Kim Jong Un – in seiner wahrscheinlichen Verblendung – unnötig reizen könnte.

 

Das Horoskop des Korea-Krieges

Bereits einmal ist ein nordkoreanischer Führer, Kim Il Sun, Gründer des Staates und „ewiger Präsident“, einer Fehleinschätzung erlegen. Mit der Rückendeckung von Josef Stalin griff er am 25. Juni 1950, in der Annahme, dass die Amerikaner sich nicht in einen neuerlichen Krieg stürzen würden, den Süden an. Das Horoskop für den Beginn des Korea-Krieges, welcher erst drei Jahre später durch ein Waffenstillstandsabkommen beendet wurde, ist in Fig. 9 abgebildet. Wir erkennen darin einige vertraute Stellungen und Gradzahlen des Nordkorea-Unabhängigkeitshoroskops (Fig. 8). Aus der Betrachtung dieses Horoskops verstehen wir auch, warum die kardinale Klimax den Machtpoker auf der koreanischen Halbinsel anheizt: Auch in diesem Horoskop steht der Mars am absteigenden Mondknoten, allerdings im kardinalen Zeichen Waage und im Quadrat zu einer Sonne/Uranus-Konjunktion im Krebszeichen, welche das eigenwillige kriegerische Potential des Landes anheizt. Diese Stellungen wurden vor kurzem – insbesondere 2011 und 2012 – durch Uranus- und Plutotransite aktiviert. Betrachtet man aber die weite Mars/Neptun-Konjunktion im 5. Haus, so muss man feststellen, dass Uranus und Pluto zurzeit über den Mittelwert dieser Stellung transitär maximal wirksam zum Ausdruck kommen. Zusammen mit Neptun auf dem Jupiter des damaligen irregeleiteten kriegerischen Vorstosses muss man befürchten, dass solche Neigungen unter anderer personeller Besetzung – in völlig falscher Einschätzung vorliegender Situationen – wieder hochkommen könnten. Die Angelegenheit muss in den nächsten Wochen und Monaten also aufmerksam weiterverfolgt werden.    

 


[1] ASTROLOGIE HEUTE Nr. 162, Claude Weiss, „Das Menschheitshoroskop und die Finsternisse in  fixen Zeichen – Brennpunkte moderner Geschichte“



Claude Weiss, beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit Astrologie; Herausgeber der Zeitschrift ASTROLOGIE HEUTE; gründete 1978 die ASTRODATA AG, welche astrologische Textanalysen anbietet; Präsident des Schweizer Astrologenbundes (SAB); Autor der Bücher «Horoskopanalyse» Bd. 1 & Bd. 2 (der zweite Band «Aspekte im Geburtsbild» ist im Dezember 2008 in einer überarbeiteten und stark erweiterten Neuauflage erschienen), «Karmische Horoskopanalyse», Bd. 1 & Bd. 2, «Pluto – Eros, Dämon und Transformation» (mit Verena Bachmann), «Die Lilith-Fibel» (mit Alexandra Klinghammer), sowie im Oktober 2009 "Wendezeit 2010 - 2012" (Co-Autor mit Alexandra Klinghammer). (E-Mail: Claude Weiss)

 

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