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Hans-Hinrich Taeger
 
1944 2013

Am 8. November 2013 ist der bekannte Astrologe, Forscher, Datensammler und Autor Hans-Hinrich Taeger in Donegal (Irland) verstorben. Der progressive Widder-Mond und das laufende exakte Uranus/Pluto-Quadrat bildeten dannzumal ein T-Quadrat mit seinem Radix-Saturn (siehe Fig. 1). Am präsentesten in der astrologischen Welt dürfte Taeger heute mit seinem «Internationalen Horoskope-Lexikon» sein, das er in den Jahren 1991/92 und 1998 herausgab und das rund 8000 Geburtsdaten wichtiger Persönlichkeiten samt Quellen, Ratings und Radixzeichnungen enthält.

 
Hans-Hinrich Taeger
(Buchumschlag / in den 80er-Jahren)
 

Hans-Hinrich Taeger wächst in West-Berlin auf. Mit 17 Jahren macht er nach eigenen Angaben seine ersten Erfahrungen mit psychedelischen Drogen, die ihm neue Ebenen des Bewusstseins erschliessen. Er studiert von 1964 bis 1972 Germanistik, Kunstgeschichte, Psychologie, Soziologie und Publizistik in Berlin und Münster, unterhält den alternativen Verlag «studiopresse hans taeger» und ist Herausgeber der Zeitschrift «pro these». Inspiriert von einer Reise nach San Francisco im Sommer 1966, beteiligt er sich aktiv an der psychedelischen Bewegung jener Zeit. Nach dem Studium arbeitet er als Journalist (Feuilleton, Film, Fernsehen).

Bereits 1964 kommt er über den astrologischen Arbeitskreis in Berlin mit der Astrologie in Kontakt. Ab 1968 widmet er sich dem vertieften Studium von Astrologie (bei Reinhold Ebertin und Heinrich Christian Meier-Parm), Jung’scher Tiefenpsychologie und östlicher Esoterik (Hinduismus, Taoismus und tibetischer Buddhismus).

1970 beginnt Hans-Hinrich Taeger mit dem Aufbau einer astrologischen Datensammlung, des späteren Taeger-Archivs. Damals entscheidet er sich, ein «professioneller Hobby-Astrologe» zu werden (wie er sich selber bezeichnet). Seine Erkenntnisse über Astrologie, Tiefenpsychologie und östliche Esoterik (Buddhismus) kombiniert er zu einem eigenen System, das er «Astroenergetik» nennt. Sein unkonventioneller Forschergeist zeigt sich in der Entwicklung diverser eigener astrologischer Methoden, die er in den 70er-Jahren formuliert, wie etwa die «Mandala-Energie-Analyse» (Basisanalyse des Geburtsbildes), das «Hologramm» (Halbsummen aller Geburtsfaktoren) oder das «Rhythmogramm» (Hausprogressionen in grafischer Darstellung). In dieser Zeit entwirft er zudem die Konzeption einer «Astro-Brain»-Computersoftware, die alle Taeger-Methoden berechnen kann.

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Fig. 1
Hans-Hinrich Taeger
15. 10. 1944, 6:35 LT, 5:35 GT
Görlitz, D (51N10, 15E00)
Koch (GZQ: Taeger, IAS-Website, A)

 

1978 besteht Hans-Hinrich Taeger die Prüfung des Deutschen Astrologen-Verbandes (DAV). In seiner Tätigkeit als Lehrer (1970– 1983) unterrichtet er mehr als 2500 Studenten in Astrologie und Buddhismus und leitet Meditations-Retreats. Dabei wendet er so unorthodoxe Methoden wie Astrodrama, gruppendynamische Prozesse, Musik, Malerei und Tanz an. In vielem sehr eigen, ersetzt er zum Beispiel auch den Begriff «Horoskop» durch «Karmagramm».

Seit 1974 praktizierender Buddhist, gründet er im Herbst 1975 eine Schule für Astrologie und Buddhismus: «Manjushri-Mandala / Friends of New Age Buddhism», aus dem 1988 das «Institut für Astroenergetische Studien» (IAS) hervorgeht, eine Forschungsstätte, die er zusammen mit seinem Lebensgefährten Thomas Siegfried – den er 1982 kennengelernt hat – führt. Mit diesem erweitert er auch die astrologische Datensammlung auf bis zu 24000 Daten.

1984 zieht er nach Donegal/Irland. Dort widmet er sich esoterischen Studien und kann nach seinem Buch «Astroenergetik. Die zwölf kosmischen Energien» (1982) weitere Bücher schreiben: «Astro-Trips. Aspekte spiritueller Astroenergetik» (1986), «Spiritualität und Drogen» (1988). 1991/92 veröffentlicht er dann die ersten drei Bände seines «Internationalen Horoskope-Lexikons», denen 1998 noch ein vierter folgt.

Als Lehrer und Autor hat Hans-Hinrich Taeger zahlreiche astrologische Schüler und Leser geprägt, die sich noch heute begeistert und bewundernd über ihn – auch als Mensch – äussern. Die Daten seiner umfangreichen Horoskopesammlung sind mittlerweile in viele andere astrologische Archive integriert worden und werden von Astrologinnen und Astrologen – und auch von dieser Zeitschrift – tagtäglich weltweit dankbar genutzt.

–Armando Bertozzi


Armando Bertozzi, von 1976 bis 1981 Kurse in Astrologie, Alchemie und Kabbala; 1980 bis 1988 Redaktor und Mitherausgeber von «Essentia – Zeitschrift für evolutionäre Ideen»; seit 1989 Chefredaktor von ASTROLOGIE HEUTE (E-Mail: Armando Bertozzi)

 

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