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Sieg für Conchita Wurst

Eine Botschaft für mehr Toleranz
 

 
Conchita Wurst am ESC 2014
(WikimedIa/Albin Olsson)
 

Schon tagelang vor dem Eurovision Song Contest, der am 10. Mai 2014 in Kopenhagen stattfand, war die Drag-Queen Conchita Wurst das Gesprächsthema Nummer eins. Zahlreiche Medien berichteten über die «Frau mit dem Bart» und machten schon im Vorfeld ihres Auftrittes Stimmung für sie.

In ihrem Heimatort Bad Mitterndorf in der Steiermark wurden ihre Eltern und andere Ortsansässige, ja sogar der Pfarrer vor die TV-Kamera bemüht. Sie alle lobten Conchitas Stimme und sprachen von Toleranz und Akzeptanz des «Andersartigen». Obwohl sich viele Promis sehr positiv über den ungewöhnlichen Auftritt von Conchita Wurst äusserten, gab es auch Stimmen der Kritik für den Travestiekünstler, die sein Auftreten mehr als peinlich fanden.

Wer steckt nun hinter der Maske der Kultfigur Conchita Wurst? Im Horoskop (Fig. 1) können wir die Antwort darauf finden: Die Travestiekünstlerin Conchita Wurst alias Thomas Neuwirth wurde am 6. November 1988 um 18:50 Uhr MET (Standesamt) in Gmunden, Oberösterreich, geboren. Aufgewachsen ist sie als Junge in der Marktgemeinde Bad Mitterndorf, also in ländlichem Gebiet. Der Aszendent in Zwillinge, einem doppelkörperlichen Tierkreiszeichen, ist ein erster Hinweis auf eine geteilte Persönlichkeit. Sie outete sich mit der Bemerkung: «Zwei Herzen schlagen in meiner Brust!», sprach darüber, dass die Privatperson «Tom Neuwirth» und die «Kunstfigur Conchita Wurst» in ihrem Inneren in friedlicher Co-Existenz vorhanden seien, aber zwei eigenständige Persönlichkeitsanteile verkörpern würden. 

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Fig. 1
Conchita Wurst
6. 11. 1988, 18:50 LT, 17:50 GT
Gmunden, A (47N55, 13E48)
Regiomontanus
(GZQ: M. L. Mathis, AA)

 

Als «Frau mit Bart» gibt sie sich jedenfalls ungewöhnlich und aufregend, denn Merkur, der Herrscher von eins, befindet sich auf 0 Grad Skorpion, also auf einem kritischen Grad. Sie sprüht von Kreativität und Lebensfreude: Merkur befindet sich im fünften Haus. Mit einem Orbis von 5–6 Grad bestrahlt er beide Achsen, den AC und das MC. Conchitas durchschlagende Willenskraft und das Thema Sexualität werden durch die Sonne in Skorpion in Konjunktion zu Pluto und im Anderthalbquadrat zum AC noch verstärkt.

Merkur im Sextil zu Uranus und Saturn verrät ihr Gefühl, anders als die anderen zu sein.
Saturn und Uranus am Deszendenten: Chonchita stösst damit auf beachtlichen Widerstand und Ablehnung. Der kleine Junge Tom wünschte sich sehnlichst einen Rock, den er vorerst nicht bekam. Als ihm seine Oma aber diesen Wunsch erfüllte, war der Rest der Familie sehr verwirrt. Seine Eltern merkten bald, dass ihr Sohn homosexuell war, sie standen dazu. Seine Pubertät erlebte Tom aber problematisch. Die Tatsache, dass er sich mehr zu Männern als zu Frauen hingezogen fühlte, wurde von seinen Mitschülern nicht so positiv aufgenommen. So gestand er, dass er sich in den Pausen gar nicht mehr auf die Toilette traute, sondern nur noch in den Schulstunden, wenn er dort alleine war.

Die Kreation der Kultfigur Conchita Wurst, der Frau mit Bart, ist kein PR-Gag. Sie entstand als Reaktion auf die Diskriminierung, die Tom in seiner Jugend wegen seiner Homosexualität erlitten hatte. Sein Merkur erhält einen Quinkunx von Jupiter aus dem zwölften und von Mars aus dem elften Haus. Mars befindet sich auf 0 Grad Widder, also ebenfalls auf einem kritischen Grad. Merkur an der Spitze einer «Gnadenpyramide» (150 Grad + 60 Grad + 150 Grad) begünstigt das Gelingen seiner Vorhaben. Der Wunschaspekt zwischen Merkur und Mars verrät seine kämpferische und durchsetzungsstarke Einstellung.

Als junger Mann hätte Tom sich mehr Toleranz gegenüber seinem Anderssein gewünscht. Mars ist durch ein Quadrat von Uranus und Saturn verletzt. Tom engagierte sich für Gleichberechtigung. Alle beteiligten Planeten befinden sich an Zeichengrenzen! Der Grenzgänger will als Travestiekünstler Conchita Wurst die Menschen zum Nachdenken über sexuelle Orientierung anregen. Durch den provokanten Auftritt will er dazu beitragen, die Welt ein wenig friedvoller und gerechter zu gestalten – Saturn und Uranus flankieren den DC und bilden einen günstigen Aspekt zum MC in Wassermann.

Im fünften Haus befindet sich auch die Venus in Waage. Im eigenen Zeichen, also in starker Position, und mit Aspekten zum MC, zu Mond und zu Neptun, steht sie für künstlerische Fähigkeiten. Conchita beeindruckt durch ihre schöne Stimme und ihre Performance. Für ihren Siegersong am Eurovision Song Contest «Rise Like a Phoenix» erhielt sie Standing Ovations, und sie eroberte damit 150 Millionen Zuseher in ganz Europa, die für sie ihre Stimmen abgaben. Sie gewann mit 290 Punkten vor den Niederlanden mit 238 Punkten und den Schweden mit 218 Punkten.

Conchita Wurst gewann den 59. Eurovision Song Contest in der Nacht zum 11. Mai 2014 für Österreich. Zu sehen ist ihr durchschlagender Erfolg am MC regressiv im exakten Sextil zu Mars und im exakten Quadrat zu Merkur. Der regressive Mond bildet einen Quinkunx zu Jupiter. Die Gnadenpyramide wurde also mehrmals ausgelöst. Das Quinkunx des regressiven AC zur Saturn/Uranus-Konjunktion ist ein weiterer Hinweis auf das ungewöhnliche Ereignis. Schliesslich zeigen der Transit-Mond im Trigon zu Jupiter, der Transit-Mars in Konjunktion zu Venus, der Transit-Uranus im Quinkunx und der Transit-Jupiter im Trigon zur Sonne ihren Sieg mehr als deutlich an.

–Maria Luise Mathis
 


365 Bilder verschenken als Zeichen der Hoffnung

Heidi und C.P.Seibt: 365 Paintings for Hope
 

 
Heidi und C.P.Seibt
 
Was macht ein Maler mit seinen Bildern? – Er verkauft sie, um neue Farben zu kaufen. Nicht so Heidi und C.P.Seibt: Sie leben auf der Kykladeninsel Paros in Griechenland und verschenken Bilder: ein Jahr lang jeden Tag ein Bild.

Ihren Impetus beschreiben sie so: «Täglich werden wir überflutet von schrecklichen Nachrichten und grauenvollen Bildern. Unsere Augen wollen wegsehen, können aber nicht, denn sofort kommen die nächsten Bilder von Mord, Krieg, Katastrophe, Gewalt, zerstörter Natur und deformierten Menschen. Das wissen wir alle, spüren es täglich. Pessimistisch sein und klagen, ändert nichts. Das wäre hoffnungslos. Was also ist zu tun? Was zu hoffen?» Und sie kamen auf eine Idee: Hoffnung geben, indem sie Bilder verschenken.

Das geht so: Auf der Website www.PaintingsForHope.org wird seit dem 21. März 2014 täglich um 12 Uhr MEZ ein Bild vorgestellt. Wenn dieses Bild einen Menschen an die eigenen Hoffnungen erinnert und er es haben möchte, deponiert er auf der Website in einem Formular seine Daten: Name, E-Mail, Postadresse und ein paar Sätze über seine Hoffnungen. Sollten sich mehrere Menschen um dasselbe Bild bewerben, wird ausgelost. Am nächsten Tag wird ein Bild/Video von der Tombola aufgeschaltet, dem Gewinner gratuliert und ihm das Bild samt Passepartout zugeschickt. Jeder kann immer wieder teilnehmen, aber nur ein Mal gewinnen.

«Dafür fordern wir nichts, bitten aber alle Interessierten darum, diejenigen Hoffnungen zu teilen, an die sie erinnert werden, wenn sie sich ein bestimmtes Bild auswählen.» Wer mag, kann auch zu den Portokosten beitragen. Die 365 Bilder haben unterschiedlichste Formate und sind in den letzten vier Jahren entstanden (in Öl auf Leinwand, Holz, Karton, Papier). Heidi und C.P.Seibt markieren auf einer Weltkarte auf der Website alle Orte, in denen die Menschen leben, die ihre Bilder gewonnen haben. Ein Klick auf einen einzelnen Punkt zeigt das erhaltene Bild, den Namen des Gewinners und die von ihm formulierte Hoffnung. So zeigt sich ein seltsames Netz, das sich über die Weltkarte spannt und die Hoffnungen verbindet.

Heidi und C.P.Seibt können schon jetzt bilanzieren: «Wir lesen, sehen und hören, wie sich die Wirklichkeit für diese Menschen verändert – und für uns auch. Und wir sind beglückt, dass viele Menschen unser Projekt unterstützen, indem sie es weitertragen, andere einladen, uns ihre Hilfe anbieten …»

Website: «365 Paintings for Hope» = http://www.paintingsforhope.org

 


Margaret Thatcher von Guru beraten
 
In Indien ist es üblich, dass Politiker bei Wahlen und anderen wichtigen Geschäften Rat bei Astrologen, Numerologen, Hellsehern und Gurus suchen. Das hat dort nichts Anrüchiges und ist öffentlich bekannt. Im «Tages Anzeiger» vom 16. April 2014 gibt nun Shashi Tharoor, indischer Minister für Personalentwicklung, einige diesbezügliche Anekdoten zum Besten. So komme es durchaus vor, dass eine Amtsvereidigung verzögert werde oder ein Politiker eine Kandidatur erst sehr spät einreiche, weil der Astrologe nach einem Blick in die Sterne es so rate. Und die meisten indischen Politiker trügen Ringe mit Steinen, die ihr Horoskop günstig beeinflussen sollen.

Auch sonst sei in der indischen Gesellschaft der Rat eines Gurus oder der Blick ins Horoskop eine weit verbreitete Art, seine Möglichkeiten auszuloten: «Ein Inder ohne Horoskop ist wie ein Amerikaner ohne Kreditkarte – daran hat sich im 21. Jahrhundert nichts geändert.»

In rationalen westlichen Köpfen – sofern sie von Astrologie nichts verstehen, und wer tut das hierzulande schon? – mag dies seltsam erscheinen, doch auch der Autor gesteht ein, dass er als gläubiger Hindu nicht immer nur der Vernunft folge: Vielleicht sei dem Inder der Wunsch angeboren, sich mit dem Himmel zu versöhnen. Seltsamer erscheint jedoch jene Ministerpräsidentin, eine Ex-Schauspielerin, die ihrem Namen auf Anraten ihres Numerologen ein «a» angehängt hat, weil dies ihre Karriere fördern würde. Auch solches sei in der indischen Gesellschaft gang und gäbe.

Noch amüsanter ist aber, was Ex-Aussenminister Natwar Singh in seinen Memoiren enthüllt hat: dass nämlich auch die verstorbene britische Ex-Premierministerin Margaret Thatcher – Inbegriff einer rational handelnden, knallharten Wirtschaftsliberalistin – einen indischen Guru konsultiert hatte. So hätte sie auf dessen Anweisung einen Talisman getragen. Guru Chandraswami habe ihr auch (richtig) prophezeit, dass sie Regierungschefin werden und neun, elf oder 13 Jahre im Amt bleiben würde (es waren gut elf Jahre).

–Armando Bertozzi
 

 

 

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