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Nr. 195, 2018, Okt. / Nov. Inhalt
 
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K  A  L  E  N  D  E  R

 
 
 

Mitte Oktober bis Mitte Dezember 2018

von Verena Bachmann

 

Die Konstellationen der kommenden beiden Monate haben den für eine Übergangszeit typischen Charakter. In dieser Phase laufen parallel verschiedene Bewegungen mit ganz unterschiedlichem zeitlichem und thematischem Bezug. Zum einen sind es Erfahrungen, Entscheidungen und Ereignisse aus der Vergangenheit: Dabei geht es darum, sich nochmals aufmerksam mit diesen zu beschäftigen, daraus zu lernen, um danach abschliessende Entscheidungen zu fällen. Zum anderen werden gleichzeitig erste Impulse für anstehende Entwicklungen gesetzt und treten bisher kaum beachtete Aspekte und Themen in den Fokus, die Hinweise auf kommende Prozesse geben. Astrologisch gesehen steht allerdings in dieser Phase der Bezug zu Inhalten und Geschichten der Vergangenheit klar im Vordergrund; der Umgang mit ihnen bildet die Basis für die weitere Entwicklung.

Von einer etwas höheren Warte aus betrachtet, kann die jetzige Zeit bis 2020 als eine Art «Niemandsland» gesehen werden: Beim Übertritt einer Gebietsgrenze kommt man zunächst auf einen Streifen, der keinem Land fix zugeordnet ist, eine Art Pufferzone, die oft seltsam leer wirkt und keinen bestimmten Charakter hat. Erst wenn man weitergeht, kommt man an die Grenze zu einem neuen Land und kann dieses betreten. Davor wirkt noch vieles unbestimmt und unwirklich, jeder Einzelne muss selbst entscheiden, womit er sich identifiziert, ob er die vorhandenen Möglichkeiten und Freiheiten nutzt und sich neu ausrichtet oder ob er verunsichert und verwirrt innehält, auch, wie er mit den noch lebendigen, aber nicht verdauten traumatischen Erfahrungen der Vergangenheit umgeht.

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Neumond
9. 10. 2018 – 3:47 GT


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Vollmond
24. 10. 2018 – 16:02 GT


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Neumond
7. 11. 2018 – 16:02 GT

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Vollmond
23. 11. 2018 – 5:39 GT

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Neumond
7. 12. 2018 – 7:20 GT

Alle diese Verhaltensvarianten dürften in den kommenden Wochen parallel zu beobachten sein. Je nach Horoskop, persönlicher Ausrichtung und Haltung sind unterschiedliche Erfahrungen möglich: Die Energien der Konstellationen können für wichtige Schritte genutzt, als Stagnation erlebt oder auch als Rückschritt erfahren werden.

Einige spezifische Konstellationen verdienen in den kommenden Monaten spezielle Beachtung: So bewegen sich Pluto (18.45–20 Grad Steinbock) und Saturn (4–9 ½ Grad Steinbock) zum letzten Mal in Bereichen, die bereits in den ersten Monaten dieses Jahres aktuell waren. Die Fäden von Entwicklungen und Ereignissen dieser Zeit werden wieder aufgenommen und weitergeführt – doch nun haben die getroffenen Entscheidungen abschliessenden Charakter. Auf der persönlichen Ebene geht es für die Betroffenen (alle mit Konstellationen in den entsprechenden Gradzahlen kardinal) nun um grundsätzliche, für das Weitere entscheidende Weichenstellungen. Stellen Sie sich die Frage, was in Ihrem Leben echt und lebendig ist, was für Sie Substanz und Bedeutung hat – und entscheiden Sie, ob Sie bereit sind, verbindlich zu werden und Verantwortung zu übernehmen, oder ob die Zeit gekommen ist, Abschied zu nehmen und loszulassen.

Auf der mundanen Ebene dürfte der Umgang mit den Themen Kontrolle, Macht und Autorität im Zentrum stehen; allenfalls erhalten dabei Geschehnisse der Jahre 2010–12 bzw. 2015/16 erneute Aktualität und Bedeutung. Gemäss den Bewegungen der Schnellläufer ist in diesem Zusammenhang vor allem in der ersten Hälfte Oktober mit wichtigen Entwicklungen zu rechnen; es ist allerdings auch möglich, dass konkrete Folgen von Entwicklungen dieser Zeit zunächst verborgen bleiben und erst gegen Ende des Jahres bzw. im Januar 2019 sichtbar werden.

Uranus ist in diesen Monaten rückläufig. Nach seinem ersten Auftritt im Stier-Zeichen kehrt er am 6. November nochmals ins Widder-Zeichen zurück (bis 28.36 Grad im Januar 2019). Damit dürften rebellische und revolutionäre Impulse der vergangenen Jahre wieder stärker spürbar werden und die Tendenz zu provokativem, risikoreichem und unberechenbarem sowie von ideologischen Überzeugungen geprägtem Verhalten zunehmen. Im Weiteren dürfte die Aufmerksamkeit erneut auf Entwicklungen und Vorfälle aus den Monaten April/Mai 2018 gerichtet sein – allenfalls sorgen überraschende Wendungen und neue Erkenntnisse in diesen Fällen für Kurskorrekturen und weisen darauf hin, dass eine Neubeurteilung nötig ist.

Da Uranus in dieser Phase durch die Mondknotenachse (die ganze Zeit) sowie punktuell durch alle persönlichen Planeten aktiviert wird, ist mit aufsehenerregenden Vorfällen zu rechnen (Mars im Sextil: Mitte November, Merkur in Opposition: 10. Oktober = wichtige Entwicklungen und Erfahrungen in den Bereichen Forschung und Wissenschaft, Elektronik, IT, Verkehr; Sonne in Opposition: 24. Oktober = wichtige Erkenntnisse in Bezug auf Autoritäts- und Führungsfiguren). Geschehnisse im Zusammenhang mit Uranus bedeuten jetzt jedoch nur ein Zwischenspiel – der (vermutlich überraschende) Abschluss dieser Geschichten steht erst im Februar/März 2019 an.

Besondere Aufmerksamkeit verdient jetzt auch Venus. Sie wird am 5. Oktober auf 10.50 Grad Skorpion rückläufig (bis 16. November auf 25.15 Grad Waage) und bewegt sich in dieser Zeit einerseits im Quadrat zur Mondknotenachse sowie zur Lilith (17. Oktober), andererseits in Opposition zum Uranus (31. Oktober). Damit dürften Altlasten, verdrängte Probleme, Ängste und unverarbeitete Konflikte in Beziehungen, Verträgen und im Umgang mit Werten (materieller Besitz, Wirtschaft, Finanzen) ins Licht drängen und Aufmerksamkeit erlangen. Aber auch bestehende Abhängigkeiten, ungleiche Machtverteilung sowie die akute Dringlichkeit von seit Längerem anstehenden Veränderungen treten zutage. Allenfalls bringen in diesem Zusammenhang aufsehenerregende, schockierende, aufrüttelnde Erkenntnisse und Ereignisse verborgene oder unterdrückte Fakten und Inhalte ans Licht und sorgen für ein Umdenken.

Auf der persönlichen Ebene können unverhoffte Begegnungen mit in der Vergangenheit wichtigen Menschen einen ähnlichen Effekt haben. Oder es werden lange vermisste Bekannte und Gegenstände wiedergefunden, abgebrochene Beziehungen werden erneut geknüpft. Da Mars, Sonne und Lilith am Tanz mit der rückläufigen Venus beteiligt sind, dürften in dieser Zeit auch die Themen Sexualität, Geschlechterkampf, männliche und weibliche Rollenbilder sowie damit zusammenhängende Missstände viel Aufmerksamkeit erhalten. Letztlich geht es bei all diesen Geschehnissen darum, ein neues Verständnis für und einen kreativen Umgang mit diesen Themen und Fragen zu finden. Die diesbezüglichen Prozesse und Entwicklungen dürften bis im Dezember weiterlaufen.

Jupiter bewegt sich in dieser Zeit als einziger direkt und auf gänzlich neuem Territorium. Er läuft zunächst Ende Skorpion, bildet am 29. Oktober eine erste Konjunktion mit Merkur und Anfang November ein Trigon zu Chiron in Fische, bevor er am 8. November ins eigene Zeichen Schütze eintritt – dort läuft er am 20. November in das Quadrat zu Mars und bildet am 26. November eine Konjunktion mit der Sonne sowie am 27. November die zweite Konjunktion mit dem (bereits rückläufigen) Merkur (eine dritte Konjunktion findet am 21. Dezember statt). Es dürften daher – vor allem ab November – das Streben nach Wachstum und Entwicklung, die Sehnsucht nach neuen Idealen und Vorbildern sowie die Hoffnung auf Befreiung und Erlösung brennender werden. Auf mundaner Ebene könnten in dieser Zeit hinsichtlich der Themen Globalisierung, Migration, Religion und Gerechtigkeit wichtige Impulse erfolgen und ein neuer Trend beginnen.

Im zeitlichen Ablauf sind im Übrigen auch die folgenden Konstellationen erwähnenswert: Der Neumond vom 9. Oktober steht im Quadrat zu Pluto (genau am 12. Oktober), am 11. Oktober läuft zudem die rückläufige Venus ins Quadrat zu Mars, am 15. Oktober zu Merkur und am 17. Oktober zu Lilith. Somit dürften in Beziehungen aller Art Fragen rund um Machtverteilung und Gleichberechtigung Kontroversen auslösen: Heftige Machtkämpfe, Übergriffe, sexuelle und andere Gewalt, Verweigerung, Manipulationen, Erpressungen, Skandale und Enthüllungen sind ebenso zu erwarten wie Bestrebungen, das bestehende Ungleichgewicht aufzuheben und eine auf Ebenbürtigkeit basierende partnerschaftliche Kooperation zu schaffen.

In den Tagen um den Vollmond vom 24. Oktober (auf dem Uranus) könnten unerwartete Vorfälle und Einsichten bestehende Gewissheiten erschüttern und neue Sichtweisen auf Vorgänge in Natur und Klima ermöglichen.

Zur Zeit des Neumondes vom 7. November findet eine Reihe von wichtigen Übergängen und Energiewechseln statt: Uranus geht am 6. November zurück ins Widder-Zeichen, Jupiter wechselt am 8. November ins Schütze-Zeichen und der Mondknoten am 16. November ins Krebs-Zeichen, die Venus erreicht am gleichen Tag die Station zur Direktläufigkeit. Entsprechend dürfte in dieser Zeit ein spürbarer Wandel in vielerlei Hinsicht stattfinden. Nach einer eher verhaltenen, gebremsten, vorsichtigen Phase nehmen nun Dynamik, Schnelligkeit, aber auch Impulsivität wieder zu. Vor allem durch den Wechsel der Mondknotenachse dürften zudem die Themen Heimat, Zugehörigkeit, Gemeinschaft, Staatlichkeit und Sicherheit noch mehr Bedeutung erlangen, allenfalls auch die Frage, wie viel Kontrolle, Überwachung und Autorität nötig und bekömmlich

sind. Eine andere Entwicklung wird dann am 17. November durch Merkurs Station zur Rückläufigkeit auf 13 ½ Grad Schütze (im beinahe genauen Quadrat zu Neptun) eingeläutet (bis zur Direktläufigkeit ab 6. Dezember auf 27 Grad Skorpion).

In den Tagen um den Vollmond vom 23. November wird ein nächster Höhepunkt erreicht: Er steht nämlich in Konjunktion zu Jupiter und im Quadrat zu Mars. Kurz vorher, am 20. November, steht Mars im Quadrat zu Jupiter, am 26. November ist dann die Sonne in Konjunktion zu Jupiter, und am 25. November wird Neptun auf 13.42 Grad Fische direktläufig. Damit könnten sich unsere Sehnsüchte, Erwartungen und Hoffnungen sowie die Wahrnehmung der konkreten Realität deutlich verändern und anders einfärben. Es sind sogar Erfahrungen von umfassender Einsicht («Erleuchtung») und spirituelle Gipfelerlebnisse möglich, aber auch grosse Verwirrung, Verunsicherung, Enttäuschung und Verblendung. Oft dürfte nicht klar sein, was visionär, idealistisch und damit zukunftsweisend ist und was Illusion oder einfach nur Lüge.


Hinweis: In diesem «Kalender» nicht explizit erwähnte Konstellationen wurden entweder in der Deutung berücksichtigt oder werden im «Wochenkalender» von Verena Bachmann auf www.astrodata.com aufgegriffen, wo die laufenden Konstellationen für die jeweils kommende Woche detailliert beschrieben sind.


Verena Bachmann, pädagogische Ausbildung; seit 1982 astrologische Beratungspraxis in CH-Zürich; Aus- und Weiterbildung in humanistischer Psychologie (Psychosynthese und Gestaltarbeit); Leiterin der Schule für Erwachsene (SFER); ständige Mitarbeiterin von ASTROLOGIE HEUTE; internationale Vortragstätigkeit; Bücher: «Mondknoten. Lebensweg und Entwicklung im Geburtshoroskop» (2008/2012); «Die Macht des Weiblichen. Astrologische Symbolik im Spiegel des Wandels» (2011); «Visionen einer neuen Zeit» (2010, Mitautorin); «Die Chiron-Fibel. Brückenbauer zwischen Geist und Materie» (2009); «Pluto – Eros, Dämon und Transformation» (1989, Mitautorin); E-Mail: Verena Bachmann

 

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