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Der Saturn/Pluto-Zyklus und die Börse
Update vom 23.3.2001

In der Dezember 2000/Januar 2001-Nummer von "Astrologie Heute" warnten wir im Artikel "Ausblick 2001" vor markanten Korrekturen an der Börse. Wir schrieben damals: "Bekanntlich beruhen die heutigen Bewertungen vieler Aktien auf der Annahme weiterhin stark steigender Gewinne. Bereits heute lösen deshalb in vielen Fällen Gewinnmeldungen, die zwar im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung bedeuten, aber nicht den Erwartungen der Anleger entsprechen, tiefere Bewertungen aus. In einer solchen Situation hoher Volatilitäten und nervös gewordener Anleger kann ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum und eine pessimistische Einschätzung zu Verlusten auf breiter Front führen". Wir brachten dies in Verbindung mit der bevorstehenden Saturn/Pluto-Opposition, welche die Dinge auf den Boden bringt: "Dies könnte bedeuten, dass hochtrabende Pläne an der Realität zerbrechen und ein übertriebener, aber auf unsicherem Boden stehender Optimismus in eine realistischere oder pessimistischere Beurteilung der Lage umschlägt".

Inzwischen ist tatsächlich die Stimmung gekippt, und es hat sich an den meisten Börsen, die bis zum Jahre 2000 einen von Wachstum geprägten "bull market" erlebten, ein so genannter "bear market" breit gemacht. Man spricht von einem "bear market", wenn zwischen Höchststand und gegenwärtigen Kursen ein Rückgang von über 20% stattgefunden hat. Dies betrifft neben der japanischen Börse, die sich bereits seit einem Jahrzehnt in einem bear market befindet, inzwischen (mit über 60% Rückgang) die amerikanische Technologie-Börse Nasdaq, den deutschen Neuen Markt (über 80% Rückgang) und neuerdings auch die allermeisten europäischen Börsen mit Rückschlägen zwischen 20 -–30%.

Damit kommen nun jene Ökonomen zum Wort, welche bereits seit einiger Zeit vor einem "irrationalen Überschwang" warnten. So erschien in der Internet-Ausgabe der Financial Times vom 22. März 2001 von Philip Coggan ein Artikel "Talking Stock: This is a bear market", in welchem ein Analyst aus dem Lager der "Bären", David Tice zitiert wird, welcher die Ansicht vertritt, dass der bull market der späten 1990-er Jahre durch eine "Kredit-Blase" induziert wurde. Was geschieht nun, wenn die Blase platzt? Konsumenten sind nicht mehr fähig, ihre Schulden zurückzuzahlen, und ebenso wenig bereit (wenn sie es erhalten sollten) – weiteres Geld aufzunehmen. Märkte, die auf einer spekulativen Blase beruhten, können dann um bis zu 90% fallen. Dieser Punkt ist beim Deutschen Neuen Markt bald erreicht, und er vermutet eine ähnliche Entwicklung für den Nasdaq, was den Kurs dieser Börse von einem Höchststand von 5000 über einen gegenwärtigen Stand von ca. 1900 bis auf 500 herunterbringen könnte.

Man kann diese überaus pessimistischen Prognosen gewiss mit guten Gründen anzweifeln. Was Tice aber über die "solidere" amerikanische Börse des Dow Jones sagt, lässt Astrologen aufhorchen. Er meint, dass den Anlegern mit Hinweisen auf vergangene Wachstumsraten der Börse (meist spricht man von durchschnittlich 8% Wachstum pro Jahr) Sand in die Augen gestreut wurde. In Wirklichkeit sei es nämlich so, dass das Wachstum des Dows auf drei grosse bull markets konzentriert war: Von 1921 – 1929, 1948 – 1966 und 1982 – 2000. Während des Rests der Zeit sei der Markt real rückläufig verlaufen.

Astrologisch interessant ist, dass diese Zeitangaben direkt mit den Saturn/Pluto-Zyklen zusammenfallen. Wie in der Februar/März 2001-Nummer von "Astrologie Heute" ausgeführt wurde, geht die Periode der ersten Saturn/Pluto-Konjunktion des letzten Jahrhunderts auf die Jahre 1914 – 1915 zurück. Die Kriegsjahre (Erster Weltkrieg) waren naturgemäss für eine positive Börsenentwicklung nicht von Vorteil, so dass die Aufwärtsbewegung erst danach – 1921 – begann. Sie dauerte bis zur Saturn/Pluto-Opposition, welche wir in einem Artikel "Saturn/Pluto-Aspekte: weltpolitische Ereignisse und Börse" (AH 89, Febr./März 2001) mit dem Eintritt Saturns in die Zeichenachse der Opposition in die Periode von 1929 – 1931 angesiedelt haben. Danach ging es bis zur nächsten Saturn/Pluto-Konjunktion von 1948 bergab. 1948 begann wieder ein neuer bull market, welcher bis zur Saturn/Pluto-Opposition der Jahre 1965 – 66 dauerte. Bis zur folgenden Konjunktion von 1982 stagnierte dann die Börse nominal (real war ein Rückgang zu verzeichnen). Diese neuerliche Konjunktion war dann Anlass für den Beginn eines weiteren, des wohl eindrücklichsten bull markets des letzten Jahrhunderts, welche bis zum Jahre 2000, kurz vor der Saturn/Pluto-Opposition von 2001 dauerte. Wenn sich die Börsengeschichte des letzten Jahrhundert fortschreiben lässt, so befinden wir uns nun wiederum am Beginn eines neues bear markets, welcher längere Zeit dauern könnte und viele Anlagestrategien, die in den letzten 20 Jahren entwickelt wurden, in Frage stellen mag.

Im Extremfall könnte es dann westlichen Börsen ähnlich ergehen wie der japanischen, welche 1990 mit einem Höchststand von beinahe 40'000 Punkten kulminierte und inzwischen ein Jahrzehnt später auf 12 – 13‘000 Punkten dahindümpelt (die japanische Börse folgt einem anderen Zyklus als die amerikanische; die amerikanische ist jedoch, wie die jüngsten Ereignisse wieder gezeigt haben, für die ganze westliche Welt relevant).

Es ist nicht anzunehmen, dass die westlichen Börsen über eine derart lange Zeit eine in diesem Ausmass depressive Entwicklung verzeichnen werden. Zweifellos ist die amerikanische Börse viel anpassungsfähiger und bei weitem nicht so stark reglementiert und durch staatliche Interventionen verfälscht wie die japanische. Es bleibt jedoch die Tatsache, dass bei Börsianern zyklisches Denken wieder mehr Beachtung finden sollte. So kann man nicht ungestraft Entwicklungen und Gesetzmässigkeiten, welche für die letzten zwei Jahrzehnte galten, auf kommende Zeiten anwenden wollen. Es entspricht nicht den Gesetzen der Natur, dass Bäume ungehemmt in den Himmel wachsen. Zu bestimmten Zeiten – und diese scheinen häufig mit der Saturn/Pluto-Opposition zusammenzufallen – kippen die Spielregeln, und bisherige Strukturen, Denksysteme und Anschauungen werden in Frage gestellt. Dies bringt dann meist einige Jahre einer Ernüchterung mit sich, welche häufig direkt proportional zum bisherigen Ueberschwang ist, worauf nach einer pessimistischen Phase ein neuer Aufwärtszyklus beginnt. Befindet man sich in der Zeitperiode eines "Bären-Marktes", so muss man die bisher befolgten Grundsätze, wie "ein Tiefstand ist eine optimale Kaufgelegenheit" schleunigst vergessen. Aussteigen – möglichst unter Nutzung eines Zwischenhochs - lautet dann die Devise, und je früher man dies beherzigt, umso eher wird man in der Lage sein, den neuen Aufschwung nicht zu verpassen. 

Es ist aber nicht immer leicht zu wissen, ob man sich in einem bull oder bear market befindet, denn es geht im bear market nicht einfach stetig herunter, ebenso wenig wie im bull market die Werte kontinuierlich steigen. Die Entwicklung ist häufig erst nach einiger Zeit erkennbar, wenn man sieht, dass der Markt in der letzten Zeit häufig zwei Schritte nach oben, gefolgt von einem Schritt nach unten (bull market) oder zwei Schritt nach unten und einen Schritt nach oben (bear market) gemacht hat. So sollte man auch um die so genannte "Bullenfalle" Bescheid wissen, die einen dazu veranlassen kann, länger auf Bärenterritorium zu verweilen, als man es sollte, im Glauben, man befinde sich noch in einem bull market: Dies sind die vorübergehenden Aufwärtsbewegungen, die auch während eines bear market nicht fehlen und gierige "Bullen" dazu veranlassen, wieder Hoffnung zu schöpfen - davon überzeugt, die vor kurzem erlebten Verluste seien lediglich Albträume, aus denen man nun erwacht sei.

Wem trotz Verlusten durch den gegenwärtigen "Bären-Markt" der Humor nicht abhanden gekommen ist, mag die folgenden Empfehlungen des "Economist" im Umgang mit "Bären" beherzigen: "Wenn Sie von einem Grizzly-Bär angegriffen werden, sollten Sie sich flach auf den Boden legen und Arme sowie Hände über Ihren Kopf zusammenziehen. Schlagen Sie nicht um sich herum und schreien Sie nicht. Bleiben Sie ruhig liegen, und dies auch dann noch, wenn der Bär den Ort verlassen hat".

Eine detaillierte Übersicht der epochalen Veränderungen, welche Saturn/Pluto-Zyklen von Konjunktion zu Opposition und bis zur nächsten Konjunktion bringen, finden Sie in der April/Mai 2001-Nummer von "Astrologie Heute". Im Artikel "Saturn/Pluto-Oppositionen: Wenn alles anders wird".

-cw

 

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