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Die Sonnenfinsternis vom 7. Februar 2008
 
von Claude Weiss

23. Januar 2008

Wenn wir uns fragen, wie die Chiron/Neptun-Konjunktion, welche 2008 auf zirka drei Grad genau wird und in den Jahren 2009 und 2010 Exaktheit erlangt, sich auswirken könnte, mag es von Interesse sein, die Ereignisse um die Sonnenfinsternis vom 7. Februar 2008 herum zu studieren, inklusive jener Themen, die sich bis eineinhalb Monate vorher und bis vier Monate danach abzeichnen. Zwar wurden solche Aspekte von neuen Faktoren wie Chiron im Hinblick auf mundanastrologische und wirtschaftliche Themen bisher kaum systematisch abgehandelt (im Gegensatz zu Aspekten zwischen schon länger bekannten Planeten), aber das heisst in keiner Weise, dass die Verbindungen zwischen Chiron wie auch Lilith und anderen Langsamläufern weniger wichtig sind.
 
Es könnte durchaus sein, dass die nun mehrere Jahre wirkende Chiron/Neptun-Konjunktion, welche zurzeit noch durch das Wassermann-Zeichen zieht und zwischen 2010 und 2012 ins Fische-Zeichen hinüberwechselt (Chiron erstmals 2010, Neptun 2011 und 2012), eine überragende Bedeutung erlangt, die mit jener der Saturn/Neptun-Aspekte vergleichbar ist.
 
Ein Blick zurück ins 20. Jahrhundert vermittelt Hinweise, womit die Chiron/Neptun-Konjunktion zu tun haben könnte: Die beiden Faktoren vereinigten sich Ende 1944 bis zum Herbst 1945 im Waage-Zeichen, und sie verweilten gemeinsam in diesem Zeichen noch bis Ende 1946. Suchen wir nach dem zweitstärksten Aspekt zwischen Chiron und Neptun im letzten Jahrhundert, der Opposition, stossen wir auf die Zeit zwischen Mitte 1988 und Mitte 1991, als Chiron im Krebs-Zeichen weilte und Neptun in Steinbock gegenüberstand, und mit besonderer Intensität zwischen Sommer 1988 bis Sommer 1990, als die Opposition auf fünf Grad genau war.
 
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Fig. 1
Sonnenfinsternis Feb. 2008 für Zürich
7. 2. 2008 3.44 GT
Zürich, CH (47N23, 8E32)
Koch


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Fig. 2
Börse: Schwarzer Donnerstag 1929
24. 10. 1929, 12.00 LT, 17.00 GT
New York, USA (40N45, 73W57)


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  Fig. 3
Börse: Mini-Crash 1987
19. 10. 1987, 12.00 LT, 16.00 GT
New York, USA (40N45, 73W57)


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  Fig. 4
Anschlag 11. September 2001 (WTC)
11. 9. 2001, 8.45 LT, 12.45 GT
New York, USA (40N46, 73W59)
Koch
 
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  Fig. 5
Muttereklipse der Saros-Serie 10 Nord
25. 4. 944 (jul.), 10.40 GT
 
Beim Betrachten dieser Zeiträume fällt uns sehr schnell etwas auf: Dies waren Zeiten, in denen in Europa Konflikte oder Teilungen zu Ende gingen und ein Heilungsprozess einsetzte, Perioden, in denen Gegensätze überwunden wurden. Man kann dies aber auch so betrachten, dass 1944/45 mit dem Kriegsende eine Teilung in ein freies und ein sowjetisch beherrschtes Europa stattfand – eine Wunde, die 1988 bis 1990 geheilt wurde.
 
Somit ist es durchaus denkbar, dass in der Entwicklung der europäischen Geschichte im Grobraster zwischen 2005 und 2018 (Chiron und Neptun jeweils im gleichen Zeichen) oder spezifischer zwischen 2008 und 2012 (Neptun und Chiron in Konjunktion bis 5 Grad) eine neue Etappe der Verbrüderung einschliesslich der Heilung früherer Wunden ansteht. Eine Entsprechung dazu stellt wohl bereits die Ausweitung der EU-Grenzen nach Osten dar, durch die Staaten, die früher hinter dem Eisernen Vorhang lagen, in die Gemeinschaft aufgenommen wurden. Aus der Sicht Russlands entstehen damit aber auch neue Grenzen, und wir haben gesehen, dass Wladimir Putin  als starker Mann Russlands darauf nicht immer mit Wohlwollen reagiert, insbesondere, wenn damit ein militärischer Abwehrschirm verbunden sein soll. So sind wir wieder weiter vom «gemeinsamen Haus Europa» entfernt, als Gorbatschow dies propagierte.
 
Im Übrigen dürfte die nun vor uns liegende Chiron/Neptun-Konjunktion – die zusammen mit Pluto in Steinbock und der bevorstehenden Spannungsfigur zwischen Saturn, Uranus und Pluto die kommenden Jahre beherrscht – die dringende Aufforderung beinhalten, zwischen industrieller Entwicklung und Rücksicht auf Klima und Natur ein neues Gleichgewicht zu finden. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen: auf harmonische Art, wenn es gelingt, sich international über Massnahmen zum Klimaschutz zu einigen, oder auf unkontrollierte Weise im Zusammenhang mit einem Rückgang der industriellen Produktion.
 
Die Vorgänge, die sich gegenwärtig (Mitte Januar) ereignen, könnten ein Hinweis sein, dass sich Letzteres bereits jetzt abzeichnet. So heisst es im Zusammenhang mit den Kursstürzen an der US-Börse, dass in den USA die Wohnbautätigkeit auf den Stand von Frühjahr 1991 zurückgefallen ist, einer Zeit der Rezession im Anschluss an die Saturn/ Neptun-Konjunktion (siehe dazu auch Artikel «Saturn/Neptun: Subprime, Subkultur, Spekulation, Schwindel und Skandale» auf S.24 der aktuellen Ausgabe von ASTROLOGIE HEUTE). Um einen derart starken jährlichen Rückgang im Bau von neuen Häusern zu finden, wie er derzeit beobachtbar ist, muss man sogar 27 Jahre zurückgehen, bis in die Zeit von 1980, als es mit einem Quadrat zwischen beiden Planeten ebenfalls einen markanten Saturn/ Neptun-Aspekt gab.
 
So können wir uns fragen, ob wir es hier lediglich mit den Nachwehen der Saturn/Neptun-Opposition zu tun haben oder ob möglicherweise die Konjunktion von Chiron und Neptun themenmässig nachdoppelt, vielleicht in dem Sinne, dass die Übertreibungen, die unter Saturn/Neptun stattfanden, Wunden hinterlassen haben, die nun über einen schmerzlichen Prozess der Rezession und des Wachstumsrückgangs auskuriert werden müssen, dies nach dem Motto «Dem Rausch folgt der Kater». Dass die Heilung einige Zeit brauchen kann, wird verständlich, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass der gemeinsame Gang von Chiron und Neptun nun wesentlich länger andauert als bei den früheren Aspekten: Anlässlich der Konjunktion von Chiron und Neptun in Waage brauchte Chiron am Ende des Zweiten Weltkrieges lediglich zwei Jahre, um das Waage-Zeichen zu durchschreiten. Als er in den Jahren 1988 bis 1990 eine Opposition zum Neptun bildete, stand er zur Zeit von Neptun in Steinbock drei Jahre vis-à-vis im Krebs-Zeichen. In seinem gegenwärtigen Zeichen Wassermann verweilt er aber bereits sechs Jahre, und im nächsten Zeichen Fische, in das er praktisch gleichzeitig mit dem Neptun wechselt, hält er sich neun Jahre auf.
 
Ein Blick auf die Sonnenfinsternis vom 7. Februar 2008 (in Fig. 1 für Zürich aufgezeichnet) – übrigens die erste Sonnenfinsternis, nachdem Pluto ins Steinbock-Zeichen getreten ist – zeigt, dass damit Chiron und Neptun (zusammen mit einem rückläufigen Merkur) sehr stark aktiviert werden. Auch die Lilith im Skorpion-Zeichen ist mit einem Quadrat zum Neptun, zum Neumond, zum rückläufigen Merkur und zum Chiron prominent gestellt.

Die Februar-Sonnenfinsternis und Börsencrashs
 
Liefern diese Konstellationen eine Erklärung für den Crash, der zurzeit an den Weltbörsen stattfindet? Dafür gibt es zumindest einige Plausibilität.
 
Studiert man nämlich die Horoskope der berühmtesten Börsencrashs des letzten Jahrhunderts: jenes vom 24. Oktober 1929 (Fig. 2) – dem «schwarzen Donnerstag», dem eine ganze Reihe weiterer Abstürze folgte – und dem sogenannten «Minicrash» vom Montag, 19. Oktober 1987 (Fig. 3), oder dem 11. September 2001 (Fig. 4), dem Tag des Anschlags auf das World Trade Center, welcher den Börsen einen nachhaltigen Schock versetzte, so stellt man Folgendes fest:
  • Mars befand sich jedes Mal am absteigenden Mondknoten – dies findet gegenwärtig nicht statt. Der laufende Mars wird erst am 17. Juni 2008 den mittleren und am 15. Juni 2008 den «wahren» absteigenden Mondknoten überqueren. Von der Symbolik her kann aber die gegenwärtige Mars/Pluto-Opposition, die durch die Rückläufigkeit des Mars sehr lange andauert, Ähnliches bewirken. Im Übrigen steht der Mars ebenfalls im (wenn auch in einem anderen) Aspekt zur Mondknotenachse.
  • Bei beiden früheren Crashs gibt es ebenso wie jetzt eine Lilith/Merkur-Quadratur unter Mitwirkung von Pluto (Lilith/Pluto-Spannung bei beiden Crashs, während die Lilith heute im Skorpion-Zeichen steht, über das Pluto herrscht). Eine solche Konstellation weist auf aufwühlende Nachrichten im Zusammenhang mit Finanzen und Krediten (Pluto) hin.
  • Bei allen früheren Fällen wie auch jetzt macht Chiron einen starken Aspekt (Konjunktion, Opposition oder Quadrat) zur Mondknotenachse. (Im Falle von angereihten Aspekten ist ein grosser Orb zulässig.) Aufgrund der Verbindung zwischen der Mondknotenachse und Mars finden wir in jedem Fall gleichzeitig Mars/Chiron-Aspekte.
  • Beide früheren Crashs zeichnen sich durch eine Spannungsfigur im fixen Kreuz aus. Diese läuft beim Börsencrash von 1929 im Bereich von 12 bis 13 Grad Stier/Skorpion und beim Mini-Crash von 1987 im Bereich von 7 bis 13 Grad Löwe/Skorpion, mit entweder dem Mars oder der Venus auf 11–12 Grad Skorpion. Diese Gradzahlen sind zurzeit nicht besetzt, aber es besteht ebenfalls eine markante Spannungsfigur im fixen Kreuz von Skorpion zu Wassermann. Die entsprechenden Stellungen werden von der laufenden Venus in Wassermann Ende Februar und Anfang März berührt.
  • In allen früheren Fällen erhält die Venus Spannungsaspekte entweder von Uranus oder von Pluto. Ein Venus/ Uranus-Quadrat ereignete sich am 12. Januar 2008, während eine Venus/Pluto-Konjunktion am 24. Januar stattfindet. Zur Zeit der Sonnenfinsternis vom 7. Februar bildet die Venus ein Sextil zum Uranus. Aufschlussreich ist andererseits, dass die Sonnenfinsternis vom 7. Februar 2008 gradgenau in Opposition zur Venus vom 11. September 2001 und der Neptun der Sonnenfinsternis ebenfalls gradgenau auf den Uranus vom 11. September zu liegen kommen.
Soweit einige Analogien, die zum Nachdenken und weiteren Nachforschungen anregen sollen.
 
Was die Sonnenfinsternis vom 7. Februar 2008 jedenfalls recht klar zum Ausdruck bringt, ist die Tatsache, dass es zu dieser Zeit aufwühlende Nachrichten geben kann, die sich nicht auf logisch-kausale Art erklären lassen. Mit einer Ballung im Wassermann-Zeichen sind Überraschungen vorprogrammiert. Dabei werden durch Lilith in Skorpion Tabus gebrochen und bisherige Werte infrage gestellt.

Die Muttereklipse der Februar-Sonnenfinsternis
 
Dieses Thema ist umso bedeutsamer, als es bereits über die Muttereklipse der Saros-Serie 10 Nord (Fig. 5) – zu deren Familie die Sonnenfinsternis vom 7. Februar gehört – zum Ausdruck kommt. Wir finden in jener Figur ebenfalls einen Neumond in Konjunktion mit einem rückläufigen Merkur und im Weiteren eine Mars/Venus-Opposition, welche in der Halbsumme zwischen Jupiter und Neptun liegt. Saturn steht seinerseits in der Halbsumme zwischen Neumond und Neptun.
 
Damit hat die Muttereklipse einen Bezug zu Partnerschaften, Verträgen, Geldangelegenheiten, Wohlstand und Frieden – Qualitäten, die durch den Mars herausgefordert und infrage gestellt werden. Dies löst Unruhe, leidenschaftliche Reaktionen und möglicherweise auch Panik aus. Durch die Verbindung des Neumondes mit dem rückläufigen Merkur sowie Saturn und Neptun greift bei der Suche nach Lösungen auch eine gewisse Ratlosigkeit um sich. Deprimierende Nachrichten und frustrierende Ereignisse lösen ein Gefühl von Hilflosigkeit aus. Man wird mit Versäumnissen aus der Vergangenheit sowie Schulden (Saturn/Neptun) konfrontiert.
 
In einer solchen Situation ist es hilfreich, einen Schritt zurückzutreten, um Abstand zum Materiellen zu finden und anstehende Probleme zu sortieren, um eines nach dem andern anzugehen. Auf diese Weise kann man sich vor einem Zuviel an Hektik und einer Neigung zu panischen Reaktionen schützen.

Claude Weiss, beschäftigt sich seit 40 Jahren mit Astrologie; Herausgeber der Zeitschrift ASTROLOGIE HEUTE; gründete 1978 die Astrodata AG, welche astrologische Textanalysen anbietet; Präsident des Schweizer Astrologenbundes SAB; Autor der Bücher «Horoskopanalyse» Bd.1 & Bd.2, «Pluto – Eros, Dämon und Transformation» (mit Verena Bachmann), «Karmische Horoskopanalyse», Bd.1 & Bd.2, u. a. (E-Mail: Claude Weiss)

 

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