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Banken und Finanzpresse bestätigen Saturn/Pluto-Zyklus
 
von Claude Weiss

31. März 2008

In den Neunzigerjahren hiess es häufig, man solle Aktien kaufen, diese in einen Safe legen, sich anschliessend nicht mehr darum kümmern, bis man sie einige Jahre später herausnimmt, um einen satten Gewinn zu realisieren.
 
Solches soll unter anderem auch der berühmte Börsenguru André Kostolany (1906 – 1999) empfohlen haben, als er in den Neunzigerjahren als humorvoller Greis in Talkshows, Vorträgen und Seminarien sein Publikum begeisterte. Ihm schreibt man aber auch die Zitate zu „Wer gut essen will, kauft Aktien; wer gut schlafen will, kauft Anleihen“ und „Die ganze Börse hängt nur davon ab, ob es mehr Aktien gibt als Idioten – oder umgekehrt“. Zu den Idioten gehörte er jedenfalls nicht, denn er wetterte im Jahre 1999, noch kurz vor seinem Tod, gegen die Interneteuphorie, gemäss welcher sich Millionen Anleger auf dem Globus falsche Hoffnungen auf Reichtum machten. Sein Kommentar: „Es wird ein Blutbad geben!“
 
Diese Entwicklung war auch aufgrund astrologischer Zyklen erkennbar. Diese zeigen nämlich, dass günstige Perioden für Gewinne mit Aktien in der aufsteigenden Phase des Saturn/Pluto-Zyklus – zwischen Konjunktion und Opposition – bestehen, während die Zeit von Opposition bis Konjunktion einen Bärenmarkt und eine Phase charakterisiert, während welcher Aktien durchschnittlich eine schlechte Performance zeigen, Zinsen und Steuern steigen, die Schulden zunehmen, so dass es in solchen Perioden empfehlenswert ist, höchstens temporär in Aktien investiert zu sein und rechtzeitig auszusteigen, um zu Tiefstkursen wieder einsteigen zu können. In solchen Zeiten ist es richtig, dem Kapitalerhalt erste Priorität zu schenken.
 
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Fig. 1: Entwicklung der amerikanischen Börse 1900–1995
(aus ASTROLOGIE HEUTE Nr. 90,
April/Mai 2001)
Diese Zusammenhänge wurden mir im März 2001 klar, als ich mich mit dem Saturn/Pluto-Zyklus beschäftigte und feststellte, dass im Verlauf des 20. Jahrhunderts, nach einer Saturn/Pluto-Konjunktion, die Börse regelmässig bis zur Opposition in die Höhe schnellte, um danach bis zur Konjunktion wieder bis zu einem Tiefpunkt abzusacken, eine Entwicklung, die noch deutlicher erkennbar ist, wenn man die inflationskorrigierten Werte der amerikanischen Börse als Hauptbörse der Welt einsetzt. Diese Erkenntnisse wurden erstmals in einem Internetartikel vom 23. März 2001 Der Saturn/Pluto-Zyklus und die Börse und in der April/Mai-Nummer 2001 von ASTROLOGIE HEUTE „Börse: Ist die Party vorbei?“ mit Hilfe entsprechender Grafiken dargelegt (siehe Fig.1). Fazit: Der Saturn/Pluto-Konjunktion von 1914/15 folgte (insbesondere ab 1921) ein fulminanter Bullenmarkt bis 1929 (1–2 Jahre vor der dreifachen Saturn/Pluto-Opposition von 1931). Danach stürzte die Börse bis 1932 auf ein 20–30-Jahrestief (in absoluten Zahlen), und dies ging so weit, dass sogar bis zur nächsten Saturn/Pluto-Konjunktion von 1947 das Allzeithoch von 1929 nominal nicht mehr erreicht wurde. Es setzte aber ab jener Konjunktion eine neue, rasante Aufwärtsbewegung ein, die sich bis zur Opposition der Jahre 1965 – 66 fortsetzte, wonach bis zur Konjunktion von 1982 nominal eine Stagnation der Börse stattfand, die inflationskorrigiert sogar einem starken Rückgang entsprach, mit dem Resultat, dass die Höchstkurse von 1965 – 66 nominal erst 1983 wieder erreicht wurden. Mit der Konjunktion von 1982 begann dann der extremste Anstieg der amerikanischen Börse bis zum damaligen Allzeithoch des Jahres 2000, ein Jahr vor der Saturn/Pluto-Opposition von 2001/02, die drei Mal exakt wurde. In Fig.1 ist die damals in ASTROLOGIE HEUTE Nr. 90 (April/Mai 2001) veröffentlichte Grafik wiedergegeben.
 
Rechtzeitige Warnungen in Astrologie Heute und auf der Astrodata-Website
 
Diese Erkenntnisse ermöglichten es Leserinnen und Lesern von Astrologie Heute, vor zu erwartenden Kursrückgängen, die schliesslich an den europäischen Börsen bis zum Frühjahr 2003 zu einer Halbierung (z.B. SMI) bis sogar Drittelung (z.B. DAX) der Höchststände des Jahres 2000 führten, rechtzeitig zu warnen. Im gleichen Zeitraum wurde Anlegerinnen und Anlegern vonseiten nicht zyklisch denkender Analysten weisgemacht, es handle sich bei den Kursrückgängen um Korrekturen, wie es sie an der Börse halt immer wieder gebe, ohne dass man dies im geringsten vorhersagen könne. Für die Anlegerinnen und Anleger hellte sich die Situation erst im Herbst 2002 (USA) bzw. Frühjahr 2003 (Europa) auf, als die Kurse wieder zu steigen begannen, eine Entwicklung, die gemäss dem von Raymond Merriman definierten 4-Jahreszyklus bis Anfang 2007 anhielt, als sich erste Turbulenzen zeigten, die sich dann im Sommer verdichteten und bis Anfang 2008 im Zusammenhang mit dem Subprime-Hypothekendebakel zu einer handfesten und nicht mehr zu übersehenden Bankenkrise führten. Vor solchen Unsicherheiten warnten wir aber wiederum bereits Anfang 2007 in verschiedenen Internetartikeln, so z.B. „Finanzmärkte: Die unheimliche Ruhe vor dem Sturm“ (21.2.2007) und „Saturn/Neptun: Spekulation, Immobilien und Schulden“ (6.3.2007). In der Folge empfahlen wir in weiteren Internetbeiträgen vorsichtigen Anlegern, Rallyes zu nutzen um aus Aktien auszusteigen (z.B. „Die rückläufige Venus und die Börsen“ vom 31. Juli 2007).
 
Gewandelte Wahrnehmung in Fachkreisen
 
Inzwischen hat sich auch in Fachkreisen die Wahrnehmung gewandelt. In einer Studie vom März 2008 beschreibt die UBS für das letzte und den Beginn dieses Jahrhunderts eine regelmässige Abfolge von Bären- und Bullenmärkten. So sieht sie beim Dow Jones für den Anfang des letzten Jahrhunderts bis 1914 (Saturn/Pluto-Konjunktion) einen Bärenmarkt, dem bis 1929 (Opposition) ein Bullenmarkt folgt, mit danach bis 1942 einem Bärenmarkt und später bis 1965 einem Bullenmarkt (die Konjunktion fand 1947 statt, aber es gab durch die Kriegssituation eine Vorverschiebung des nominalen Anstiegs, während inflationskorrigiert dieser erst ab 1948 stattfindet). Der nächste Wendepunkt – Ende des Bullenmarktes und Beginn des Bärenmarktes in den Jahren 1965/66 – ebenso wie die Dauer des angegebenen Bärenmarktes bis 1982 (Konjunktion) stimmt dann wieder exakt mit den Umschlagpunkten des Saturn/Pluto-Zyklus überein. Dies gilt danach auch wieder für den ab 1982 und bis 1999 von der UBS diagnostizierten Bullenmarkt, dem – gemäss der UBS – ab 2000 ein Bärenmarkt folgt.
 

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Fig. 2: US-Börse inflationskorrigiert 1800–2040 und Saturn/Pluto-Zyklus
(aus ASTROLOGIE HEUTE Nr. 92,
Aug./Sept. 2001)
Ähnlich sind die Einschnitte bei Berücksichtigung der Inflation (Fig.2): Bärenmarkt von 1904 – 1920, Bullenmarkt von 1920 – 28, Bärenmarkt von 1928 – 48, Bullenmarkt von 1948 – 65, Bärenmarkt von 1965 – 81, Bullenmarkt von 1981 – 1999 und danach wieder ein Bärenmarkt. Auffällig ist bei den inflations-ajustierten Werten, dass der Stand von 1929 zwar zwischen Sechziger- und Mitte Siebzigerjahre überboten wurde, danach jedoch der inflationsajustierte Wert im Vergleich zu 1929 wieder sank und erst ab Ende der Achtzigerjahre das Niveau von 1929 wieder erreichte. Dies bedeutet nichts anderes, als dass jemand, der den Index im Jahre 1929 kaufte und seine Investition behielt – nach einem Intermezzo in den Sechzigerjahren – erst Ende der Achtzigerjahre – beinahe 60 Jahre später – wieder in der Gewinnzone lag. Ähnlich ist es mit einem Kauf des Indexes im Jahre 1999 und der Situation 2008: Es wurde in dieser Bärenmarktphase keinerlei Gewinn realisiert.
 
Das Kurs/Gewinn-Verhältnis als Stimmungsbarometer der Anleger
 
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Fig. 3: Kurs/Gewinn-Verhältnis des S&P500 von 1880–2008
Das Stimmungsbarometer der Anleger, d.h. welches Kurs/Gewinn-Verhältnis diese für Aktien zu zahlen bereit sind, reflektiert ebenfalls recht präzise den Saturn/Pluto-Zyklus. Fig.3 zeigt den Verlauf dieses Wertes anhand des S&P 500, einem breiter gestreuten Index der US Börse als es der Dow Jones ist (Quelle: Pinnacle Data/UBS). Der Grafik lässt sich entnehmen, dass es 1885 einen Tiefpunkt des P/E-Wertes von 13 gab. Danach stieg der Wert bis 1901 (nach der Saturn/Pluto-Opposition von 1898) auf 25. Dem folgte bis 1920 ein kontinuierlicher Abstieg auf einen Wert zwischen 5 und 6 (kriegsbedingt fünf Jahre nach der Saturn/Pluto-Konjunktion von 1914/15). In bloss neun Jahren jagte dann der P/E-Wert bis 1929 (kurz vor der Saturn/Pluto-Opposition von 1931) auf einen bisherigen Höchstwert von 32. Danach fällt der Wert bis 1950 (drei Jahre nach der Saturn/Pluto-Konjunktion von 1947) auf 10. Der nächste Höchstwert von 23 wird im Jahre 1966 zur nächsten Saturn/Pluto-Opposition erreicht. Danach gibt es bis 1982 (Konjunktion) wieder einen Rückgang auf 8, dem bis zum Jahr 2000 (kurz vor der Saturn/Pluto-Opposition von 2001) ein steiler Anstieg auf den bisherigen Höchstwert von 44 folgt. Nun befinden wir uns im Jahre 2008 erneut auf dem absteigenden Ast, mit Werten von zurzeit unter 20, die, wenn sich die Geschichte wiederholt, in der Zeit bis 2020 auf 5 bis 10 zurückgehen dürften (siehe Fig.3).

„Lost Decades“
 
Es ist nicht nur die UBS, die inzwischen ihre Aufmerksamkeit auf jenen Zyklus richtet, der sich astrologisch durch die Saturn/Pluto-Aspekte erklären lässt. Auch das Wall Street Journal vom 26. März 2008 beklagt in einem Artikel „Stocks Tarnished by ‚Lost Decade’“, dass es zwischen 1999 und Februar 2008 ebenso wie zwischen 1966 – 1982 und 1929 – 1942 Phasen von einer Dekade oder mehr gegeben hat, während welcher, ausgehend vom Verlauf des S&P Indexes, keinerlei Gewinn realisiert wurde.
 
Beispiel: Der Standard & Poor’s 500 Stock Index stand im April 1999 auf 1363. Am letzten Dienstag befand er sich auf 1353, unter diesem Wert. Berücksichtigt man Dividenden und Inflation, so hat der Index in den letzten neun Jahren pro Jahr 0,37 % eingebüsst. Dies steht im Gegensatz zur allgemein verbreiteten Meinung, dass Investitionen in Aktien lohnender sind als solche in anderen Anlagevehikeln. Dies trifft für bestimmte Dekaden, wie das obige Beispiel zeigt, nicht zu. Amerikanische Schatzscheine (Treasuries) legten inflationsajustiert in den letzten neun Jahren um 4,7 % pro Jahr zu, während Indices von Commodities (Warenmärkte) diesen Gewinn sogar verdoppelten.
 
Ähnliches gilt für die Periode von 1966 – 1982. Eine Investition von $ 10'000.– in den S&P 500 war unter Berücksichtigung der Dividenden und der Inflation im Jahre 1982 keinen Cent mehr wert, und dies gilt auch für die Periode von 1929 – 42, während welcher sogar ein Verlust resultierte.
 
Das Wall Street Journal zieht daraus folgendes Fazit: Nach Phasen starken Wachstums, wie dies in den Zwanzigerjahren, dann zwischen 1950 – 65 und wieder zwischen 1982 – 2000 der Fall war, fallen in der darauf folgenden Dekade die Gewinne knapp aus. Es ist wie wenn Blütezeiten der Börse spätere Gewinne „absaugen“ würden, d.h. der Pendel an einem gewissen Wendepunkt umschlägt und danach nur noch kleine Brötchen gebacken werden. Der astrologische Schlüssel zu diesen Umschlagzeiten ist durch die alle 32 – 38 Jahre stattfindende Saturn/Pluto-Opposition charakterisiert. Danach befindet sich der Zyklus in einer abwärts gerichteten Phase, was bedeutet, dass in solchen Zeiten Aktien insgesamt nicht mehr rentieren. Was in solchen Zeiten rentiert, zeigt der Vergleich verschiedener Investitionen während der letzten neun Jahre in nicht inflationsajustierten US-Dollar-Werten (Prozente pro Jahr): S&P 500: 2,46 %; langjährige US Treasury Bonds: 7,68 %; Gold: 14,51 %; Immobilien: 14,11 %; Commodities: 17,92 %; Aktien von Schwellenländern: 20 %. Die Regel, dass festverzinsliche Anlagen, Immobilien, Gold und andere Rohstoffe in Zeiten des abwärts gerichteten Saturn/Pluto-Zyklus besser rentieren als Investitionen in Aktien, bestätigt sich, und dies scheint nicht nur für die USA zu gelten. Man erinnere sich bloss daran, dass der deutsche DAX im März 2000 einen Höchststand von über 8100 erreichte, ein Niveau, welches nach einem Taucher auf einen Drittel des Höchstwertes erst im Sommer 2007 erneut erklommen wurde, um inzwischen aber auf Tiefstände von unter 6500 abzusacken. Ähnliches trifft für den Schweizer SMI zu, der bereits im Sommer 1998 einen Höchststand von 8500 erklomm, der nach einem Taucher auf knapp die Hälfte im Herbst 2006 wieder erreicht wurde. Danach glänzte der SMI im Jahre 2007 mit Kursständen über 9500, dümpelt jetzt (Ende März 2008) aber unter 7200 – weit unter dem vor zehn Jahren erreichten Höchststand.

Seit 2000: Rückschläge zwischen jenen nach 1929 und jenen nach 1966
 
Die Intensität dieser Ausschläge seit Ende der Neunzigerjahre siedelt sich zwischen dem an, was um die Zeit früherer Saturn/Pluto-Oppositionen stattfand: Von 1929 – 32 ein heftiger Taucher auf wenig mehr als ein Zehntel des Höchstwertes der US Börse, dem danach bis zur Saturn/Pluto-Konjunktion von 1947 insgesamt eine – von Rückschlägen begleitete – Aufwärtsbewegung folgte und der Situation nach der Opposition von 1965/66 mit Tauchern von 50 % bis zur nächsten Konjunktion von 1982 und einem Wert, der nominal unter dem Höchststand von 1966 lag, was inflationsbereinigt allerdings auf 16 Jahre verteilt eine ähnliche Abwärtsbewegung darstellt wie jene zwischen 1929 und 1932 (siehe Fig.2).
 
Dass es seit Ende der Neunzigerjahre so kam, ist nicht weiter erstaunlich, denn das amerikanische Federal Reserve Board ist stolz darauf, Lektionen aus der Weltwirtschaftskrise vom Beginn der Dreissigerjahre gelernt zu haben. So versorgte es gleich zu Beginn der Krise den gefährdeten Markt mit beträchtlicher Liquidität und tiefen Zinsen. Da bisher gleichzeitig eine Inflation vermieden werden konnte, sieht der Verlauf der nominal an jenen ab 1965/66 erinnert, bis anhin inflationskorrigiert positiver aus. Gleichzeitig spricht der Verlauf des Aussenwertes des Dollars Bände.. Dieser sank zwischen 1966 und 1982 um ca. 70 % und zwischen 2000 und 2008 um 40 %, im ersten Fall wegen hoher US Inflation, im zweiten Fall wegen Vertrauensverlust, was nahelegt, dass auch bei beinahe wieder erreichten Nominalwerten bis zum Ende der Periode Anlagen von Europäern in US Aktien auf erhebliche Verluste ausmündeten.
 
Das künstliche Tiefhalten der US Zinsen seit 2001 und die übermässige Versorgung des Marktes mit Liquidität hat andererseits zur Subprime-Krise des Jahres 2007 und zur heutigen Bankenkrise geführt, was in einem nächsten Artikel „Bankenkrise: Was lief schief?“ erläutert wird.

Konsequenzen für Investoren
 
Was sind aus astrologischer und zyklischer Sicht die Konsequenzen für Anlegerinnen  und Anleger heute?
 
Finanzastrologen warnen schon seit vielen Jahren vor den Konstellationen der Jahre 2010–15, mit einer Spannungsfigur zwischen Saturn (Herbst 2009 bis Mitte 2011) und Uranus/Pluto (2010 bis 2015) eine Periode, während welcher sich erstmals Konstellationen des Beginns der Dreissigerjahre in kardinalen Zeichen wiederholen: Saturn von Ende 1929 – 1932 in Spannung zu Uranus/Pluto (1930 – Anfang 1935). Nun ist es auffallend, dass vonseiten Wirtschafts- und Bankenkreisen inzwischen häufig zu hören ist, die gegenwärtige Bankenkrise sei die schlimmste seit den Dreissigerjahren. Dies weist darauf hin, dass ein ähnliches Gefühl von Bedrohung wahrgenommen wird, dem man versucht mit anderen Mitteln zu begegnen als damals. Für Finanzastrologen ist dies eine Bestätigung, dass schon vor vielen Jahren gehegte Befürchtungen nicht deplatziert waren, sondern durch inzwischen eingetretene Entwicklungen bestätigt werden. Die Subprime- und die gegenwärtige Bankenkrise haben tatsächlich das Potenzial, das gegenwärtige Finanzsystem umzukrempeln und auf eine neue Basis zu stellen, was nicht ohne schmerzliche Umstrukturierungen möglich sein wird. Der Ruf nach staatlichen Interventionen, die in den USA bereits in vollem Gange sind, wird immer lauter, was auch über den kürzlich vom Deutsche Bank Chef Josef Ackermann zum Ausdruck gebrachten Verlust des Glaubens an die Selbstheilungskräfte der Märkte zum Ausdruck kommt. Dies passt zum Wechsel von Pluto ins Steinbockzeichen ab dem 26. Januar, ebenso wie zur Tatsache, dass dieser Transit die Venusstellung wichtiger Staaten und Staatengefüge Anfang kardinal (USA, Deutschland, Schweiz) bzw. Ende veränderlich (EU) aktiviert. Mit einer Spannungsfigur zwischen Sonne, Pluto und Lilith Anfang kardinal ist auch die wichtigste Notenbank der Welt, das Federal Reserve Board, betroffen. Unter solchen Konstellationen muss man sich – ob man es will oder nicht – mit Finanzfragen und mit den Strukturen des existierenden Finanzsystems beschäftigen.
 
Allerdings legen die astrologischen Konstellationen nahe, dass wir zwar bereits jetzt mit den Schwachstellen des Systems konfrontiert werden und die Möglichkeit haben zu erkennen, worum es bei der jetzigen und bei bevorstehenden Krisen geht, der „Big Bang“ allerdings erst später erfolgen dürfte. Es geht uns noch relativ gut, auch wenn schwarze Wolken am Himmel immer sichtbarer werden. Dementsprechend entwickelt Astro-Finanzexperte Raymond Merriman für das Jahr 2008 ein Szenario, welches auch von der erwähnten UBS Studie bestätigt wird:
 
Die Weltbörsen dürften im Rahmen eines auf 5–6 Jahre ausgedehnten 4-Jahreszyklus im Frühjahr 2008 ihr Tief gebildet haben oder dieses sehr bald bilden. Danach erholen sich die Börsen, um bis zum Herbst 2008 ein neuerliches Hoch zu bilden, welches frühere Hochs übertreffen kann oder auch nicht. Dafür spricht auch die Tatsache, dass Präsidentschaftswahljahre in den USA historisch gesehen meist von steigenden Aktienkursen begleitet waren. Diese Aufwärtsbewegung kann sich bis ins Jahr 2009 fortsetzen, aber dies ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt unsicher, weil ab November 2008 Saturn/Uranus-Oppositionen exakt werden, die sich bis ins Jahr 2010 hinziehen. Definitiv schwierig wird es dann ab 2010. Dies sieht auch die UBS in ihrer Studie so, und sie erwartet aufgrund historischer Vergleiche im gegenwärtigen Bärenmarkt wichtige Tiefs für den Beginn der nächsten Dekade. Trotz vorübergehender Rückschläge bis zum Sommer 2008 läuft die Marktentwicklung bei Gold und Rohstoffen über die ganze Zeit insgesamt aufwärts. Merriman geht aufgrund des Uranus-Zyklus beim Erdöl in den kommenden Jahren von einem starken Rückgang aus, und er spricht von einer Blase, die gegenwärtig gebildet wird – eine Entwicklung, die sich logisch allerdings nicht so leicht nachvollziehen lässt, ausser man gehe von einer weltweiten Rezession aus.
 
Zu diesem Hauptszenario gibt es gemäss Merriman allerdings ein Unterszenario, welchem er aus heutiger Sicht eine geringere Wahrscheinlichkeit beimisst: Man kann nicht mit Sicherheit ausschliessen, dass das Szenario einer schweren Krise ab 2010 jetzt schon nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar wird. In diesem Fall müsste man sich darauf einstellen, dass eine Erholung im Jahre 2008 misslingt und wir bereits jetzt auf die Tiefstwerte zusteuern, die zwischen 2010 – 15 zu erwarten sind. Auch ein solches Szenario würde jedoch die positiven Aussichten für Rohstoffe und Edelmetalle nicht tangieren. Die nächsten Wochen dürften klären, ob dieses negative Unterszenario als Möglichkeit weiter zu berücksichtigen ist.

Claude Weiss, beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit Astrologie; Herausgeber der Zeitschrift ASTROLOGIE HEUTE; gründete 1978 die Astrodata AG, welche astrologische Textanalysen anbietet; Präsident des Schweizer Astrologenbundes SAB; Autor der Bücher «Horoskopanalyse» Bd.1 & Bd.2, «Pluto – Eros, Dämon und Transformation» (mit Verena Bachmann), «Karmische Horoskopanalyse», Bd.1 & Bd.2, u. a. (E-Mail: Claude Weiss)

 

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