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Nr. 169, 2014, Juni / Juli Inhalt
 
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K  A  L  E  N  D  E  R

 
 
 

Mitte April bis Mitte Juni 2012

von Verena Bachmann

 

Die Konstellationen der kommenden Monate haben die Qualität eines Vor- oder Zwischenspiels, ganz ähnlich wie bei einem Popkonzert, wo vor dem Auftritt der grossen Stars eine Vorgruppe ihr Können zum besten gibt, während sich im Hintergrund die Hauptband vorbereitet. So wird in dieser Zeit das Quadrat von Uranus und Pluto zunehmend genauer – die Vorbereitung für den ersten genauen Aspekt am 24. Juni läuft, und die damit verbundenen Themen und Prozesse dürften immer wieder spür- und wahrnehmbar werden.

Hauptsächlich dürfte es aber um eine andere Konstellation gehen: In dieser Phase sind Neptun und Chiron, Venus und Mars sowie die Mondknotenachse die Hauptakteure. In vielen Belangen geht es dabei vornehmlich darum, Altlasten aus der Vergangenheit zu bearbeiten und so viel wie möglich zu klären und aufzuräumen, um bereit zu sein für das Kommende.

Im Vordergrund steht dabei die (in den letzten Monaten am Abendhimmel wunderbar strahlende) Venus. Sie wird am 15. Mai auf 24 Grad Zwillinge rückläufig und bewegt sich von April bis August in diesem Zeichen (vom 11. April bis 1. August im Bereich ihrer Rückläufigkeitsschlaufe auf 7–23 Grad). Sie läuft damit einerseits in denselben Grad­zahlen veränderlich, die der Mars seit Mitte November 2011 bis 20. Juni aktiviert, und nimmt so den Faden seiner Entwicklungen auf, andererseits berührt sie den Bereich des absteigenden Mondknotens. Am 6. Juni findet zudem ein astronomisch äusserst seltenes Ereignis statt: Die rückläufige Venus tran­sitiert direkt vor der Sonne (Konjunktion auf 15.30 Grad Zwillinge auf dem Nordknoten der Venus, was auch einer Eklipse entspricht). Dies verweist auf für die Zukunft bedeutende Entwicklungen, und Erfahrungen – Ereignisse dieser Zeit können als erste Ansätze für zuzkünftige Beziehungs- und Wertesysteme gesehen werden.

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Vollmond
6. 4. 2012, 19.18 GT
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Neumond
21. 4. 2012, 7.18 GT

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Vollmond
6. 5. 2012, 3.35 GT
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Neumondeklipse
20. 5. 2012, 23.47 GT

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Vollmondeklipse
4. 6. 2012, 11.11 GT

So werden in diesen Monaten alle Themen der Venus eine wichtige Rolle spielen, und es dürfte viel Vergangenes aktiviert werden (unerfüllte Liebe und Wünsche, alte unverarbeitete Beziehungsgeschichten, Fragen im Zusammenhang mit Verträgen und Abmachungen). In dieser Zeit sollen offene Fragen geklärt und bisher unter den Teppich gekehrte Themen aufgenommen werden. Auf mundaner Ebene sind gemäss der Venus-Stellung in Zwillinge wichtige Entwicklungen in Wirtschaft und Handel zu erwarten (Verkauf, Tauschhandel etc.). Oft dürfte es dabei um Themen gehen, die bereits früher einmal eine wichtige Rolle gespielt haben. Besondere Aufmerksamkeit verdienen diesbezüglich Ereignisse in der Zeit von Herbst 2001 bis Sommer 2002. Damals fand auf diesem Gradbereich die Saturn/Pluto-Opposition statt, im Mai 2002 zudem eine Venus/Mars-Konjunktion (18 Grad Zwillinge) und im Juni eine Sonnenfinsternis (20 Grad Zwillinge). Da Jupiter (13–29 Grad) und Lilith (11–19 Grad) im April und Mai im Stier-Zeichen laufen, ist anzunehmen, dass es immer wieder um Wertfragen und Besitzverhältnisse geht, die zu überprüfen und allenfalls zu korrigieren sind. Auf der persönlichen Ebene geht es darum, sich zu fragen, welche Werte einem selbst wichtig sind und wo alte Glaubenssätze und Gewohnheiten den Umgang mit Besitz und Beziehungen prägen. Wenn nötig gilt es, im eigenen Beziehungsleben aufzuräumen.

Auch Neptun (2–3 Grad Fische) und vor allem Chiron (7.20–9.50 Grad Fische) spielen in dieser Phase eine wichtige Rolle. Sie stehen im Quadrat zur Mondknotenachse. Mars und Venus bilden bei ihrer Station zur Direktläufigkeit (Mars: 14. April auf 3.40 Grad Jung­frau, Venus: 27. Juni auf 7.29 Grad Zwillinge) jeweils ein Quadrat zu Chiron (und Neptun). Im damit stark betonten Bereich 0–10 Grad veränderlich findet auch die Eklipse vom 20./21. Mai statt (ringförmige Sonnenfinsternis auf 0.20 Grad Zwillinge). Die in diesem Zusammenhang stehenden Entwicklungen und Erfahrungen sind von sehr subtiler Natur. Sie dürften tiefliegende Schichten der Psyche berühren, mythisch oder mysteriös erscheinen und damit rational kaum erklärbar sein. Prozesse in diesem Zusammenhang können visionären und inspirierenden Charakter haben, dürften aber auch verunsichern und verwirren. Oftmals dürfte es um die Bewusstwerdung der eigenen Verletzlichkeit und Berührbarkeit sowie um Erfahrungen von Verbundenheit und Ganzheit gehen. Es ist mit Ereignissen zu rechnen, die aufzeigen, dass alles mit allem verwoben und es daher nicht möglich ist, sich den laufenden Entwicklungen zu entziehen. Der Aspekt zur Mondknotenachse weist darauf hin, dass die Reaktions- und Verhaltensweisen in solchen Momenten eine entscheidende Rolle spielen. Wenn versucht wird, die jeweilige Thematik rein intellektuell anzugehen und das Geschehen zu rationalisieren, wegzureden oder zu überspielen, ist mit weiteren schwierigen Erfahrungen zu rechnen und führen alle Lösungsversuche in eine Sackgasse. Wenn hingegen die Bereitschaft besteht, sich auf eine Erfahrung einzulassen, sich dem Thema zu stellen und neue, ganzheitliche Wege zu suchen, ist letztlich ein umfassenderes Verständnis möglich und können sich Türen öffnen. In gewisser Weise können all diese Prozesse auch als Vorbereitung für die folgenden Uranus/Pluto-Quadrate gesehen werden. Sie helfen dabei, Altlasten abzutragen, bestehende Vorurteile und fixe Konzepte abzubauen und aufzulösen, das Bewusstsein für andere Erfahrungsebenen zu öffnen und so den Boden für die anstehenden oder bereits angelaufenen Erneuerungs- und Durchbruchsprozesse zu bereiten.

Die Themen des Uranus/Pluto-Quadrats (Umbruch, Revolutionen, Bewusstseinswandel, Aufbruch in neue Dimensionen etc.) laufen zwar insgesamt eher im Hintergrund, sind aber dennoch immer wieder präsent. Sie werden jede Woche aktiviert, wenn der Mond den Bereich 0–10 Grad kardinal durchläuft. In dieser Zeit werden all die vorhandenen Spannungen akut spürbar, sind Ereignisse und Erfahrungen möglich, die starke Emotionen auslösen. All jene, in deren Horoskop diese Gradzahlen betont sind, tun gut daran, die (jeweils kurze) Zeit zu nutzen, um sich mit den angesprochenen Themen zu beschäftigen. Dann dürfte es viel leichter fallen, sich in der Zeit der genauen Auslösungen bewusst und konstruktiv den Herausforderungen zu stellen. Am unmittelbarsten dürften die zu diesem Aspekt gehörenden Themen in der zweiten Aprilhälfte deutlich werden: Merkur erreicht nach seiner Rückläufigkeit am 22. April die dritte Konjunktion zu Uranus (auf 6 Grad) und am 25. April das Quadrat zu Pluto (9.30 Grad). Entwicklungen und Erkenntnisse, die im März erstmals anklangen, dann aber stockten und nicht weitergeführt wurden oder einfach in den Hintergrund traten, erhalten nun erneut brennende Aktualität. Impulse und Ideen werden wieder aufgenommen und weiterverfolgt. Allenfalls setzen aufsehenerregende Informationen einen Prozess mit grossem (potenziell explosivem) Effekt in Gang. Allerdings wird es Juni oder gar Juli werden, bis die eigentlichen Folgen dieser Entwicklung absehbar sind und das nächste Kapitel der Geschichte geschrieben wird.

Die erste Woche im April ist stark von Geschichten und Erfahrungen aus der Vergangenheit geprägt. Merkur wird am 4. April (auf 23.51 Grad Fische), Mars am 14. April (auf 3.41 Grad Jungfrau) direktläufig. Venus bewegt sich ab 3. April im Zwillinge-Zeichen am absteigenden Mondknoten, ab 12. April im Bereich ihrer späteren Rückläufigkeit. Venus und Mars bilden in dieser Zeit ein T-Quadrat mit Chiron und Neptun. In den Tagen um den Vollmond vom 6. April sind daher mysteriöse und schwer fassbare Vorfälle zu erwarten, die teilweise tief berühren oder gar erschüttern können. Die Geschehnisse können die Fragilität von Systemen und Beziehungen bewusst machen und zu einer vertieften Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt führen. Es ist auch möglich, dass die Prozesse und Entwicklungen dieser Zeit einen Heilungs- und Klärungsprozess in Gang setzen, Möglichkeiten für ganz neue Wege aufzeigen und das Bewusstsein für grössere Zusammenhänge öffnen.

Am 10. April wird Pluto stationär-rückläufig (9.34 Grad Steinbock); diesen Gradbereich wird er erst zum Jahreswechsel 2012/13 wieder erreichen. Nun geht es darum, die in den Vormonaten von ihm aktivierten Themen zu bearbeiten. Der ab 14. April direktläufige Mars weist den Weg dazu. Bis Ende April bewegt er sich in Opposition (Halbsumme) zu Chiron und Neptun. Dabei geht es darum, sich einerseits mit dem Potenzial einer ganzheitlichen Weltsicht auseinanderzusetzen und sich zu fragen, welche Verhaltensweisen eine Annäherung und Umsetzung von Visionen erlauben, andererseits die vorhandenen Schwächen und Schatten zu erkennen, sich dem Schwierigen zu stellen und das im Rahmen des Möglichen Beste zu tun. Pflege und Aufräumarbeit werden wichtig. In den Tagen nach dem Neumond vom 21. April (1.35 Grad Stier) sind diesbezüglich wichtige Impulse und teilweise aufsehenerregende Informationen und Vorfälle zu erwarten.

Ab Anfang Mai wechselt die Perspektive. Nun dürfte es um Ressourcen und Werte aller Art gehen, um die Frage, was realistischerweise machbar und möglich ist. Der Vollmond vom 6. Mai (16 Grad Stier/Skorpion) steht in Konjunktion mit Lilith und ist wie ein Weckruf. Merkur läuft zu dieser Zeit in Opposition zu Saturn, Mars im Quadrat zur Mondknotenachse: Ereignisse und Erfahrungen dieser Zeit machen deutlich, dass ein Umdenken nötig ist. Allenfalls fallen auch wich­tige, zukunftsträchtige Entscheidungen.

Am 13. Mai bildet die Sonne eine Konjunktion zu Jupiter (23 Grad Stier: Bereich der Jupiter/Saturn-Konjunktion Mai 2000). Am 15. Mai erreicht Venus die oben beschriebene Station zur Rückläufigkeit, am 20./21. Mai findet die ebenfalls schon erwähnte Sonnenfinsternis statt. Nun treffen sich Vergangenheit und Zukunft, geht es darum, Altes (Werte, Vorstellungen, Glaubenssätze) loszulassen und sich Neuem (Visionen, Weltbildern) zuzuwenden. Ereignisse und Entwicklungen dieser Zeit sind diesbezüglich als Metaphern für die anstehenden Prozesse zu sehen und haben eine wichtige Bedeutung.

Die Mondfinsternis vom 4. Juni (auf 14.14 Grad Zwillinge/Schütze) ist wie die Sonnenfinsternis eine bei uns nicht sichtbare partielle Finsternis. Am 6. Juni findet dann der erwähnte Durchgang der Venus vor der Sonne statt. In diesen Tagen dürfte somit der laufende Wertewandel in all seinen Facetten deutlich werden.

Detaillierte Beschreibungen der laufenden Konstellationen für die jeweils kommende Woche finden Sie in der «Wochenvorschau» von Verena Bachmann auf www.astrodata.ch
 


Verena Bachmann, pädagogische Ausbildung; seit 1982 astrologische Beratungspraxis in CH-Zürich; Aus- und Weiterbildung in humanistischer Psychologie (Psychosynthese und Gestaltarbeit); Leiterin der Schule für Erwachsene (SFER); ständige Mitarbeiterin von ASTROLOGIE HEUTE; internationale Vortragstätigkeit; Bücher: «Die Macht des Weiblichen. Astrologische Symbolik im Spiegel des Wandels» (2011); «Visionen einer neuen Zeit» (2010, Mitautorin); «Die Chiron-Fibel. Brückenbauer zwischen Geist und Materie» (2009); «Mondknoten. So nützen Sie Ihre Entwicklungschancen im Horoskop» (2008); «Pluto – Eros, Dämon und Transformation» (1989, Mitautorin); E-Mail: Verena Bachmann

 

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